Ein Traum auf vier Rädern – das S 500 Coupe von Mercedes-Benz von Gerhard-Stefan Neumann …

Gerhard-Stefan Neumann Media TV Blog
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Der Teufel hole meinen Ruf!

Ein Einkommen brauche ich!

Eine Arbeit brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure schönen Frauen, eure edlen Automobile und eure teuren Landhäuser sehe …“

G. B. Shaw

Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)


E D I T O R I A L

„Ein Traum auf vier Rädern – das S 500 Coupe von Mercedes-Benz …“

Ein Traum auf vier Rädern - das S 500 Coupe von Mercedes-Benz von Gerhard-Stefan Neumann …
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Nürnberg. (gsn) – Sie lassen das Herz eines (fast) jeden Mannes höher schlagen, egal ob es sich bei den Vertretern dieser Spezies um einen „Macho“, „Softie“, einen „Studierten“, einen „Arbeiter“ oder „Angestellten“ handelt. Sie alle möchten – und sei es auch nur einmal im Leben – dieses herrliche Gefühl kennen lernen – die „Lust“, die „Eleganz“, das „Hochgefühl“ des Glücks. Auf den nationalen wie internationalen Automobilmessen ziehen sie Otto Normalverbraucher magisch an, so wie einst die sagenumwobene Loreley die Rheinfischer in ihren verhängnisvollen Bann zog.

Ein Traum auf vier Rädern - das S 500 Coupe von Mercedes-Benz von Gerhard-Stefan Neumann …
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Offenen Mundes, staunenden Auges, erregten Herzens steht das so genannte starke Geschlecht vor den Objekten seiner heißen Sehnsüchte und Begierden. Nein, gemeint ist nicht die vollbusige Traumfrau mit den Maßen 90/68/90 aus dem Flensburger Sex-Hochglanzkatalog, nein, es ist auch nicht der neue weibliche Superstar vom Privat TV-Sender auf Kanal 66, es sind ganz einfach die Traumkarossen und Nobelautos aus Mailand, München, Stuttgart und London.

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Es liegt in der Natur der Sache, dass es nur wenige Zeitgenossen sind, die sich so einen herrlichen Superschlitten leisten können. Schlappe einhunderttausend (220.000) Mäuse, sprich Deutsche Mark, muss ein hoffnungsfroher Kauf-Aspirant schon locker machen. Doch damit nicht genug, so ein edles und teures Stück reißt auch das Jahr über große Löcher in Muttis Sparstrumpf – oder anders formuliert:

die jährlichen Unterhaltskosten sind nicht von Pappe.

Schon allein diese Tatsache sorgt dafür, dass der in Frage kommende Käuferkreis klein, fein und damit absolut exklusiv bleibt.

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Und dennoch haben die meisten Automobilhersteller – zumindest solche – die auf ihr Renommee bedacht sind, solch einen Edel-Boliden im Verkaufsprogramm. Er muss ja nicht gerade 220.000 Deutsche Mark kosten. Und mag das eine oder andere Unternehmen den goldenen Zeiten der boomenden Automobilglückseligkeit hinterher jammern, unter dem Siegel der absoluten Verschwiegenheit ist schon zu erfahren, dass sich die teuren Schlitten vergleichsweise besser verkaufen lassen als die biederen Familienkutschen des unteren oder mittleren Preissegments.

Doch werfen wir noch einen kurzen Blick auf Otto Normalverbraucher – oder ganz einfach zu unserem Nachbarn von nebenan:

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Da steht er nun, unser 08/15 – Supermacho von der Münchener Giesinger Höhe, vom Berliner Penzlauer Berg oder aus dem tristen Kohlenpott.

Und durch seinen Kopf zieht sich nur ein Gedanke – einmal im Leben so ein herrliches Gefährt zu (be)sitzen, zu (er)fahren – aus der Masse der „gewöhnlichen“ Automobilisten herauszuragen. Einmal den Duft des edlen Leders atmen, die kaum hörbare Vibration des Zwölfzylinders zu fühlen, cool und lässig mit dem Gaspedal spielen, Mann oh Mann, was kostet die Welt?

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Lässig „ruht“ die mit vornehmem Kalbsleder behandschuhte Hand unseres „Ottos“ auf dem mächtigen und Respekt einflößenden Schalthebel, während sich die Miniberockte und wohl gerundete vollbusige Blondine mit den Traummaßen 90/68/90 in die „Traumfrau gerechte Beifahrer-Position“ robbt – und insgeheim hofft, dass der „bittere Otto-Normalverbraucher-Kelch“ an ihr vorübergehen möchte. Doch es sei ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Aber lassen wir den reichlich ironischen und provokativen Spaß einmal beiseite und wenden wir uns einem der schönsten Automobile dieser Zeit zu:

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Der flotte Werbespruch, „es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben“, trifft im wahrsten Sinne des Wortes auf das S 500 Coupe von Mercedes-Benz zu. Schließlich müssen Sie für dieses wunderschöne Auto runde 110.000 EURO auf den Tisch des Verkäufers legen. Äußern Sie dann noch ein paar „bescheidene“ Sonderwünsche, kann es leicht sein, dass Sie den Gegenwert einer Eigentumswohnung in gehobener Wohnlage „löhnen“ müssen.

Der edle Renner hat mit den gemeinhin bekannten Fortbewegungsmitteln unseres

schon erwähnten Otto-Normalverbrauchers etwa soviel zu tun wie die ersten Benz-Kutschen der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts mit einem Space Shuttle dieser Tage. Oder anders ausgedrückt:

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Wenn Sie sich bei Tempo zweihundertfünfzig (250 km/h !) Placido Domingo aus der bordeigenen Super Hifi – Anlage „reinziehen“ und dabei wie im eigenen Konzertsaal residieren wollen, dann sind Sie mit dem neuen S 500 Coupe von Mercedes ­ Benz bestens bedient. Vorausgesetzt, sie verfügen über die eingangs schon erwähnte „Kohle“ und denken während Ihrer musikalischen Hochgeschwindigkeitsreise wenigstens ab und zu mal daran, dass auch für ein Fahrzeug dieses Typs und dieses Herstellers Deutschlands Autobahnen ab Tempo 250 km/h sehr eng werden können.

Spätestens an dieser Stelle ist die zweite gängige Werbefloskel fällig:

„Nur Fliegen ist schöner“.

Im übertragenen Sinne und auf gut deutsch muss dies heißen:

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„Tanken Sie Ihren heißen Ofen wann, oft und wo sie wollen, vergessen Sie alle imaginären und völlig bedeutungslosen Benzinpreise, Sie kommen ohnehin mit dem „Sprit-Fassen“ kaum nach. Sorgen Sie auch immer für passendes Schuhwerk für die mächtigen Tatzen Ihres heißblütigen Untersatzes – und geben Sie Ihrer Hausbank frühzeitig den Auftrag, einen bestimmten Teil Ihres Einkommens rein vorsorglich an die nächstgelegene Niederlassung von Mercedes-Benz zu überweisen.

Die Frage, ob solch prestigeträchtige Autos überhaupt noch in die ökologische und automobile Landschaft passen oder nicht, ist eigentlich so überflüssig wie ein Kropf:

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Denn erstens wird es immer eine Menge zahlungskräftiger Kundschaft geben, die sich diese herrlichen Autos leisten kann – und zweitens hängen immer noch eine hohe Zahl qualifizierter Jobs daran. Und ein Aspekt soll auch nicht vergessen werden:

Eine gute Portion Renommee ist dabei auch noch im Spiel. Und wie leicht der Vorsprung an technischem Know How verspielt werden kann, müssen gerade in diesen Tagen große Teile der deutschen Industrie schmerzlich erfahren.

Das S 500 Coupe steht ganz in der großen und erfolgreichen Tradition der Mercedes-Benz Sport- und Rennsportwagen:

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„Kenner“ und „Könner“ werden sich noch an den legendären 500 K Spezial Roadster erinnern, von dem in den Jahren 1935 und 1936 ganze fünfundzwanzig Fahrzeuge ge­baut wurden – und von dem es heute welt­weit nur noch fünf Wagen dieses Typs gibt – zwei davon sind im Besitz des Herstellers.

Nach dem furchtbaren zweiten Weltkrieg sorgte die inzwischen schon fast legendäre 300-er Serie für Furore, Aufsehen und dringend benötigte Devisen für die Stuttgarter Kassen. Unvergessen sind bis heute der 300 d – besser bekannt als Adenauer-Limousine, der Dienstwagen des „Alten“. Und ebenso das 300 SL Coupe, das von 1954 bis 1957 gebaut wurde. In der Roadster Ausführung wurde es bis 1963 produziert. Für viele Sportwagen – Fans zählt der „300-SL“ noch heute zu den schönsten Autos der Welt.

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1955 erblickte dann der mittlerweile nicht weniger bewunderte 190 SL das Licht der Welt. An die Leistungen des „großen Bruders“ konnte er natürlich nicht anknüpfen – was allerdings seiner Beliebtheit in der Damenwelt nicht den geringsten Abbruch tat.

Acht Jahre später, im Jahre 1963, legte Mercedes-Benz den Grundstein für die heutige und überaus erfolgreiche SL ­ Baureihe:

Mit dem 230 SL gelang der Untertürkheimer Autoschmiede der sprichwörtlich große Wurf.

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Und dieser Ruf verpflichtet: Wer wie das Haus Mercedes-Benz seit über sechzig Jahren im wahrsten Sinne des Wortes Automobilgeschichte geschrieben hat, kann bei seinen „Aushängeschildern“ getrost auf aufgesetzte Sportlichkeit und fernöstliche Designvorstellungen verzichten. Mit dem Coupe der S-Klasse haben die findigen Schwaben erneut eine Schrittmacher Funktion übernommen:

Das neue Coupe kann man in Sachen Design, Ästhetik und Fahrkultur getrost als Vorbild bezeichnen – und es ist trotz aller Eleganz noch als „Sprössling“ des Stuttgarter Renommee Unternehmens zu erkennen.

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Und Mercedes-Benz hat sich seine Coupes auch was kosten lassen: Wertvollste Materialien, ein großzügiges Raumangebot und ein Höchstmaß an Komfort bilden nur den äußeren Rahmen, geben einen ersten Eindruck wieder. Eine „mitdenkende Elektronik“, entlastet nicht nur den Fahrer, sondern „passt“ sogar auf sich selbst auf. Fahrer- und Beifahrer-Airbag runden die großzügige Grundausstattung des Coupes der S-Klasse ab.

Unter der „Haube“ sorgen „ABS“ und „ASR“ (Antriebs -Schlupfregelung) für absolute Manövrierfähigkeit auch in brenzligen Situationen. Durch die Parameter-Servolenkung wird die zum Lenken erforderliche Kraft bei niedrigen Geschwindigkeiten reduziert. Seit 1984 rüstet Mercedes-Benz alle Modelle mit elektronisch gesteuerten Gurtstraffern aus. Diese sorgen bei einem Aufprall dafür, dass die Gurtaufrollwelle zurückgedreht wird und Fahrer und Beifahrer schneller und sicherer festgehalten werden. Und noch etwas Neues ist zu vermelden:

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Fünfzig Jahre nach dem Mercedes-Benz einen 12-Zylinder-Motor gebaut hat, gibt es jetzt wieder ein Coupe mit einem Merce­des Zwölfzylinder: den 5 600. 290 kW, 6 Liter Hubraum und ein maximales Drehmoment von 570 Nm bei 3800 Umdrehungen sorgen für „ausreichende“ Geschwindigkeit in jeder Fahrsituation.

Eine 4-Gang-Automatik ist ebenso serienmäßig wie das bordeigene Computer-Diagnose-System, welches der Werkstatt im Fall des Falles sofort verrät, wo der Fehler steckt. In Sachen Komfort und gleichzeitiger Sicherheit ging man bei Mercedes-Benz schon immer einen Schritt weiter als anderswo. Bestes Beispiel hierfür ist der automatisch abblendbare Innenspiegel, was gerade Nachtfahrten angenehmer und sicherer macht:

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trifft ein störendes Scheinwerferlicht auf den Spiegel, blendet dieser automatisch und stufenlos ab. Möglich macht dies ein Gel ähnlicher Elektrolyt, der zwischen Reflektor und Spiegeldeckglas angebracht ist. Dieses wird durch ein elektroni­sches Steuergerät aktiviert, das über zwei Sensoren die Umgebungshelligkeit und den Lichteinfall ermittelt – so dass sich der Spiegel durch nichts mehr blenden lässt. Auch in Sachen Umweltschutz ist das Coupe der S-Klasse vorbildlich. Der bei Mercedes-Benz im Jahre 1986 eingeführte Katalysator erfuhr in jüngster Zeit eine deutliche Verbesserung seiner Reinigungswirkung. Erreicht wurde dies durch die Wärmeisolation der Abgasrohre. Die allseits gefürchtete „Kaltphase“ des Katalysators konnte so entscheidend verringert werden.

Recycling ist für das S 500 Coupe kein Fremdwort mehr:

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Obwohl in ihnen nur noch acht Prozent an Kunststoffen stecken, werden alle Kunststoffteile über 100 Gramm speziell gekennzeichnet, um das spätere Sortieren in sortenreines Recycling zu ermöglichen. Die Schadstoffemissionen wurden noch weiter verringert:

Ein Teil der Abgase wird aus dem Auspuff abgezweigt und dem Motor über die Ansaugrohre wieder zugeführt. Dadurch sinken die Verbrennungstemperaturen und damit wieder die NOx-Emissionen.

Fazit:

Angesichts eines Kaufpreises von rund „Zwei hundertzwanzigtausend“ (220.000) Deutsche Mark ist es wirklich schon etwas „sehr“ teuer, einen besonderen Geschmack zu haben. Trotzdem

– und dies sei neidlos anerkannt – hat Mercedes-Benz mit dem Coupe der S-Klasse ein Automobil geschaffen, das auch in zwanzig Jahren noch genau so wunderschön und ästhetisch sein wird wie heute.

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Autorenvermerk:

Gerhard-Stefan Neumann

Freier Journalist + Werbetexter (GdbR)

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Copyright und alle Rechte ausschließlich beim Autor dieses Beitrages.

Nachdruck nur gegen Beleg und Honorar und „nur nach vorheriger Genehmigung gestattet.“

Der Friedhof „Cimetiere de Montmartre in Paris“ – von Gerhard-Stefan Neumann …

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Der Friedhof „Cimetière de Montmartre“ in Paris zählt zu den schönsten und interessantesten Friedhöfen unserer Zeit. Nicht zuletzt auch deshalb, weil viele herausragende Persönlichkeiten der vergangenen Jahrhunderte hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Friedhöfe sind nicht nur Orte des Abschiedes und der Trauer, sondern auch ganz wesentliche Stätten der Erinnerung und der Besinnung. Sie sind Zeitzeugen der Geschichte und rufen uns auf zur Versöhnung.

Die französische Hauptstadt Paris ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Stadt der Superlative. Vorsichtig geschätzt, besuchen zwischen fünfzehn und zwanzig Millionen Menschen jedes Jahr die Metropole an der Seine. Die Anziehungskraft dieser Kapitale von europäischem Rang ist gigantisch und für die meisten Besucher zählt nur die Tatsache:

Wenigstens einmal im Leben in dieser Stadt gewesen zu sein. Diese Stadt ist eine einzige Herausforderung, viele Einheimische sprechen sogar von einer Provokation. Jeder sechste Franzose, egal ob männlichen oder weiblichen Geschlechts, lebt heute in Paris oder in seiner unmittelbaren Umgebung. Große Belange der europäischen Politik werden heute bereits in der französischen Hauptstadt entschieden.

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In der Kunst, Kultur und Mode ist Paris ohnehin schon seit vielen Jahrzehnten der Nabel der Welt, und braucht keine Konkurrenz zu fürchten, allenfalls noch New York oder Tokio, vielleicht auch noch München, das in Kunst, Kultur und Lebensart sicherlich gut mithalten kann, aber die überlegene Eleganz und der Charme der französischen Hauptstadt sind einfach nicht zu übertreffen. Dennoch hat das Leben in dieser Stadt auch seinen Preis, der bei den Bewohnern seine Spuren hinterlässt. Sie sind nicht abweisend oder gar schroff, wie Ausländer oft vermuten, die sie nicht kennen, sie sind vielmehr selbstsicher und stolz darauf, in dieser einzigartigen, europäischen Kapitale zu leben. Und dies bis in den Tod, denn hier in der französischen Hauptstadt ist auf dem Friedhof Montmartre die letzte Ruhestätte für viele der herausragendsten Persönlichkeiten der vergangenen Jahrhunderte. Hier ruht neben anderen auch der große Sohn der Stadt Düsseldorf am Rhein, Heinrich Heine, zusammen mit seiner Frau.

Über diese ganz besondere, denkmalgeschützte Nekropole möchten wir heute berichten.

Der Friedhof Cimetiere de Montmartre in Paris - von Gerhard-Stefan Neumann ...
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Nürnberg. (gsn) – „Wenn du das Glück hättest, als junger Mensch in Paris zu leben, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst, denn Paris ist ein Fest für das Leben.“ So brachte der große amerikanische Abenteurer, Haudegen, Soldat und Schriftsteller Ernest Hemingway seine überaus große Liebe und Zuneigung zur französischen Hauptstadt zu Papier.

Aber da, wo das Leben sprüht, ist der Tod nicht weit.

Nur an ganz wenigen Orten auf dieser Welt wird dem unbefangenen Besucher die Vergänglichkeit des Seins so überaus deutlich vor Augen geführt wie auf dem Hügel von Montmartre zu Füßen der Kathedrale Sacré-cœur. Die Pariser Frauen und Männer errichteten dieses monumentale Bauwerk des Glaubens als Zeichen der Sühne und als Symbol für die Erneuerung Frankreichs. Hintergrund waren die „dramatischen Geschehnisse“ um die Pariser Kommune und den verlorenen Krieg gegen Preußen in den Jahren 1870/71. Eingeweiht wurde das romano-byzantinische Kuppelwerk im Jahre 1919, der furchtbare erste Weltkrieg war gerade zu Ende gegangen. 237 Treppenstufen führen hinauf zur Kathedrale Sacré-coeur auf dem 130 m hohen Hügel von Montmartre. Und dieses Montmartre hat im wahrsten Sinne des Wortes zwei Seiten: Das Vergnügungsviertel rund um den „Place Pigalle“ und „Butte Montmartre“ das alte Dorf auf dem Hügel mit dem Friedhof „Cimetière Montmartre“.

„Sterbe ich in Paris so will ich auf dem Friedhof Montmartre begraben werden, auf keinem anderen …“, so verfügte es Heinrich Heine in seinem Testament und seine Witwe hat dem letzten Wunsch ihres Mannes entsprochen. Der weltberühmte deutsche Dichter ruht neben so herausragenden Persönlichkeiten wie Emile Zola, Hector Berlioz und Jean Giraudoux.

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Obwohl der Tod stets gegenwärtig ist, ist diese Nekropole kein Ort des Entsetzens oder Schreckens, viel eher ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Das Totenreich in Montmartre ist in seiner Ordnung streng gegliedert und ähnlich den Grundrissen einer altehrwürdigen Basilika in breiten Avenuen skizziert und in Divisionen unterteilt. Nur an den seitlichen Flügeln konnte die Kirchenschiff artige Struktur im Laufe der vergangenen Jahrhunderte nicht mehr ganz eingehalten werden.

Viele Tote sind hier vereint, und je nach Namen und Rang ihrer gewesenen bürgerlichen Existenz sind ihre Gräber in Stein gehauene Monumente. Da liegen sie nun, die Kurtisane neben dem weltberühmten Dichter, dessen bedeutendstes literarisches Werk immer mit dieser hinreißend schönen und betörenden Frau in Verbindung gebracht wird, einer Frau, die zu ihren Lebzeiten so vielen Männern gehörte, aber immer nur einen Augenblick, und wenige Momente des Glücks. Hier ruhen die Generäle und Feldherren der französischen Fremdenlegion, die immer dann zum Einsatz kamen (und auch immer noch kommen), wenn die Herren Diplomaten aus dem Elysée mit ihrem Latein am sprichwörtlichen Ende sind. Und natürlich ruhen hier auch viele der bezaubernden weiblichen Geschöpfe die unter der Berufsbezeichnung „Tänzerin“ den einsamen Männern dieser Welt die Nächte und vielleicht auch etwas mehr verschönert haben.

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Der Cimetière Montmartre ist ein Abbild der vergangenen Jahrhunderte. Hier haben die großen Diplomaten Frankreichs, die Künstlerinnen und Künstler, die Politiker und hohen Regierungsbeamten und die herausragendsten Autoren, Journalisten und Literaten ihre letzte Ruhestätte gefunden. Gewidmet aber ist er Ihnen verehrte Leserin und geneigter Leser. Deshalb kommen Jahr für Jahr Tausende von Besuchern aus aller Welt, um wenigstens einmal im Leben den wirklich „Großen“ ihrer Zeit nahe gewesen zu sein – und wenn es „nur“ an ihrem Grabe ist. Eingerahmt von der Rue Caulaincourt, der Rue Joseph-de-Maistre, der Rue Etex, der Rue Ganneron und der Avenue Rachel ist der Friedhof Montmartre wirklich ein kleines aber keineswegs unscheinbares Totenreich. Leider ist es mit der sprichwörtlichen „Totenruhe“ auch nicht so weit her, denn eine mächtige Brücke aus Stahlbeton sorgt über den Köpfen der Toten mit entsprechendem Lärm für einen halbwegs reibungslosen Ablauf des Straßenverkehrs im einundzwanzigsten Jahrhundert. So haben die Toten ihren Platz „unter“ den Lebenden und der Cimetière de Montmartre konnte in seiner ganzen Pracht und Schönheit über die Jahrhunderte hinweg nahezu vollständig erhalten werden.

Zugegebenermaßen ist es für die Anwohner oft nicht einfach neben diesem Friedhof zu wohnen, schon gar nicht, wenn Tag für Tag die Touristen aus aller Welt plappernd und staunend in Montmartre einfallen. Außerdem ist es durchaus nicht ungewöhnlich, dass Angestellte und Sekretärinnen aus den umliegenden Büros ihre wohlverdiente Mittagspause in den schattigen Alleen des Cimetière de Montmartre verbringen.

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Ab Ende September gehört dann der Friedhof wieder den Bewohnern von Montmartre.

Dann kommt der Journalist mit seiner Lebensgefährtin aus Deutschland, um das Grab des französischen Teils seiner Familie zu besuchen. Die Tage werden kürzer, es regnet auch wieder etwas mehr und der typische Pariser Nebel lässt ihn fröstelnd den Mantelkragen hochschlagen. So richtig kalt wird es in Paris zwar eigentlich nie, die jährlichen Durchschnittstemperaturen sinken selten unter dreizehn Grad Celsius ab, aber dennoch werden die Schritte der beiden Besucher schneller. Vorbei ist es mit der sommerlichen Leichtigkeit, die so manchen ausgedehnten Spaziergang über den Friedhof ermöglichte.

Besonders schmerzlich ist das Erinnern und Gedenken im Trauermonat November, vielleicht auch deshalb, weil im Gegensatz zu deutschen Friedhöfen die meisten französischen Gräber nicht geschmückt werden. Nur vereinzelte Grablichter deuten dann die deutsche Herkunft der Verstorbenen an.

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Tief sitzen die Erinnerungen an eine glückliche Kindheit, die so jäh mit dem allzu frühen Tod der Mutter endete. Dabei spielen die „gewissen Vorkommnisse“ des furchtbaren zweiten Weltkrieges, welche die Familie auf Jahre hinweg entfremdete, entzweite, schon (fast) keine Rolle mehr. Diese schreckliche und verheerend dunkle Zeit ist auch im französischen Alltag längst Geschichte und auch (bewältigte?) Vergangenheit. Aufgewachsen im „deutschen Exil“ gingen für den jungen Heranwachsenden nahezu alle Bindungen zum französischen Teil der Familie mehr oder weniger verloren. Es war für ihn nicht immer einfach im zerstörten Nachkriegsdeutschland aufzuwachsen, schon gar nicht nach gelegentlichen Besuchen in der Heimat der Mutter; wohin gehört man schon als junger Mann zwischen der deutschen und der französischen Welt. Was bleibt ist die Erinnerung, natürlich nicht nur an die heißgeliebte Mutter und die verehrten Großeltern, sondern auch an herausragende Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer und Charles de Gaulles. Gerade sie haben das Vergeben und das Verstehen über die Gräber der Toten hinweg erst ermöglicht.

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Die Schritte der beiden späten Besucher verhalten beim Grabmal von Heinrich Heine, dem großen und so übel verschmähten Sohn der Stadt Düsseldorf am Rhein, der hier zusammen mit seiner Frau zur letzten Ruhe gebettet wurde. Einige kleine Steinchen auf dem Sockel des Grabes weisen auf Besucher des mosaischen Glaubens hin. Aber jeder Besucher darf seine Anteilnahme auf diese Art bekunden. Am Sarkophag von Alexandre Dumas gleiten die Blicke hinüber zu „seiner“ bis heute unvergessenen „Kameliendame“, und dann ist es nicht mehr weit in die Division 22, „Chemin Massena“. Die Journalistin und Schriftstellerin „Duchesse d’Abrantes“, ein großes Vorbild des Besuchers aus Deutschland, hat hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Am Grab der Mutter und Großeltern finden sich fast unwillkürlich die Hände der Beiden und umschließen sich, ein alljährlich wiederkehrendes Ritual, ein Versprechen allemal.

Und wie bereits zu Beginn, soll auch am Ende unseres Beitrages der große amerikanische Romancier Ernest Hemingway „das letzte Wort haben“. Er sagte einmal über die französische Hauptstadt, „Paris hat kein Ende und die Erinnerung eines jeden Menschen, der dort gelebt hat, ist von der jedes anderen verschieden.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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E P I L O G

Paris ist die schönste Stadt der Welt, dieser Meinung sind nicht nur die Menschen die in der französischen Hauptstadt leben. Mit annähernd zwölf Millionen Einwohnern zählt der Großraum Paris zu den am dichtesten bevölkerten Ballungsgebieten in Europa. Zwischen fünfzehn und zwanzig Millionen Touristen aus aller Welt besuchen Jahr für Jahr die französische Hauptstadt, etwa die Hälfte davon sind Ausländer. Unter ihnen sind die Deutschen die am meisten vertretene Besuchergruppe. Seit Beginn der frühen siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist Paris auch „die“ Kongress- und Messestadt, zumindest in Europa.

Woher kommt diese fast schon magische Anziehungskraft dieser Metropole? Einer Stadt, deren Schönheit die Menschen in ihren Bann zieht, aber auch vereinnahmt.

Der Friedhof Cimetiere de Montmartre in Paris - von Gerhard-Stefan Neumann ...
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Paris ist die Kapitale des neunzehnten Jahrhunderts und dafür wurde sie auch gebaut. Heute sind die Bewohner von Paris ihrer Stadt im wahrsten Sinne des Wortes ausgeliefert; alleine die Fahrten vom und zum Arbeitsplatz können mehrere Stunden dauern (auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln) und die täglichen Besorgungen und Einkäufe arten oft genug in einen mittleren Abenteuerurlaub aus. Der Stress in dieser Stadt ist allgegenwärtig und er fordert seinen Tribut.

Und dennoch lieben die Pariser ihre Stadt und die Touristen aus aller Welt liegen dieser „göttlichen Metropole“ zu Füssen. Und das ist manchmal sogar wörtlich zu nehmen.

Es ist das „Savoir-vivre“, dieses einmalige Lebensgefühl, das keiner anderen Metropole auf dieser Welt so anhaftet, wie der französischen Hauptstadt. Es ist die Mischung aus Erotik und Exotik, Kunst und Kultur, den kulinarischen Genüssen, der Freude am Leben und der Lust an der Liebe.

Gibt es überhaupt den typischen Pariser oder die typische Pariserin? Nein, mit Sicherheit nicht. Die Bewohner von Paris sind genauso herzerfrischend unterschiedlich wie die Bewohner jeder anderen Stadt auch. Einig sind sie sich nur in zwei Dingen und diese nehmen sie auch sehr genau, nämlich das Essen und die Liebe. Dafür nehmen sie sich jede Menge Zeit. Mit einem Vorurteil möchte der Autor dieses Beitrages auch ein für allemal aufräumen:

Paris ist nicht die Hauptstadt der Liebe, höchstens der käuflichen.

Der Friedhof Cimetiere de Montmartre in Paris - von Gerhard-Stefan Neumann ...
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Die Besucher, Geschäftsleute und Touristen kommen zu Wasser, mit dem Flugzeug, mit der Eisenbahn und einige ganz Verwegene sogar mit dem eigenen Automobil. Auf das letztgenannte Fortbewegungsmittel sollten Sie allerdings tunlichst verzichten, vor allem wenn Sie mit dem Pariser Straßenverkehr nicht vertraut sind. Wenn Sie partout nicht auf das eigene Kraftfahrzeug verzichten wollen oder können, dann empfehlen wir Ihnen dringendst, dieses an der Peripherie der französischen Hauptstadt zu parken und die guten zahlreichen und ausreichend vorhandenen öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Im Übrigen sind die Kosten für Hotels und Übernachtungen am Rande der französischen Metropole auch noch erschwinglicher. In jedem Falle aber ersparen Sie sich Zeit, Strafmandate und ähnliches Ungemach.

Den „Eiffelturm“, das „Pantheon“, den „Louvre“, „Notre Dame“ und den „Invalidendom“ „müssen“ Sie gesehen haben; die „Champs Elysee“, das „Marais“ und das Viertel „Saint Germain des Pres“ gehören zum „erweiterten Pflichtprogramm“.

Der Friedhof Cimetiere de Montmartre in Paris - von Gerhard-Stefan Neumann ...
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Wenn Sie dann noch Zeit und Muße haben und vielleicht auch schon etwas „mutiger“ und „sicherer“ geworden sind, dann verlassen Sie bitte die traditionellen Touristen-Pfade und begeben Sie sich in die Viertel, in denen noch „alteingesessene“ Pariser wohnen – wie zum Beispiel „La Butte Montmartre“.

In diesem Zusammenhang empfehlen wir Ihnen den Kauf (schon in Ihrem Reisebüro) der „Card Paris Visite“, die Ihnen unbegrenztes Fahren mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Paris ermöglicht. Diese Karte gibt es in drei verschiedenen Tarifzonen mit unterschiedlichen, zeitlicher Gültigkeit. Und auch hier noch ein kleiner Hinweis vorab:

Die Pariser Metro besitzt insgesamt sechzehn Linien, die Haltestellen liegen nicht mehr als fünfhundert Meter auseinander und sind nach Ereignissen aus der französischen Geschichte benannt. Allerdings haben die Strecken keine Ziffern, sondern zeigen ausschließlich die Zielrichtung an. Bei der Benutzung müssen Sie also unbedingt auf die Anfangs- und Endhalte und auf die Umsteigebahnhöfe achten.

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Das ist anfangs etwas befremdlich, aber jeder gewöhnt sich sehr schnell daran. Halten Sie die Tickets von Münzen und Schlüsseln „fern“, da diese dem Magnetstreifen in aller Regel nicht gut bekommen. Allerdings können Sie „entmagnetisierte“ Streifen am Schalter entgeltfrei umtauschen. Am besten ist, wenn Sie das Fahren mit der Pariser Metro schon zu Hause anhand eines Stadtplanes etwas „üben“. Dies gilt auch für Ihre französischen Sprachkenntnisse. Grundkurse gibt es an jeder Volkshochschule. Für den Anfang tut es auch ein preiswerter Kassetten-Kurs vom Lebensmittel-Discounter nebenan. Halten Sie sich unbedingt von Etablissements mit dem Schild „man spricht Deutsch“ fern – oder studieren Sie zumindest vor dem Betreten die Preistafel. Im Übrigen kommen Sie in Paris auch mit der Fremdsprache Englisch ganz gut über die Runden.

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Einige Pariser Bezirke (Arrondissements) konnten ihre Beschaulichkeit, Eigentümlichkeit und Originalität in unsere Zeit herüberretten. So finden Sie im „Quartier Latin“ noch immer die Aussteiger, die Intellektuellen und die manchmal ziemlich aufmüpfigen und von den Pariser Sicherheitsbehörden sogar gefürchteten Studenten. Im schon erwähnten „Dorf Montmartre“ sind es die Alteingesessenen, und auch vereinzelte Künstler besitzen dort noch das eine oder andere Atelier. Auch hier gilt wie bereits erwähnt, verlassen Sie die eingelaufenen Touristenpfade, gehen Sie frei nach „links“ und nach „rechts“ und Sie werden schnell erkennen, wie Sie ihr ureigenstes, ganz persönliches Paris entdecken und kennen lernen werden.

Über die „zwischenmenschlichen Beziehungen“ und die „Leichtigkeit des Seins“ möchten wir an dieser Stelle nicht weiter sprechen, es passt auch gar nicht zum Thema dieses Beitrages. Nur so viel, am „Place de Pigalle“ findet „Mann“ und vielleicht auch „Frau“ das passende erotische Abenteuer. Dringendst empfohlen sind bei Besuchen in diesem Milieu aber die „üblichen Vorsichtsmaßnahmen“.

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Der Friedhof Cimetiere de Montmartre in Paris – von Gerhard-Stefan Neumann …

Denjenigen, die gut oder zumindest ein bisschen Französisch sprechen, wird sich die Welt der Pariser Theater in ungeahnter Weise öffnen; gerade im „Marais“ oder im „Montparnasse“ finden Sie die typischen und vielen Kleinkunstbühnen der französischen Hauptstadt.

Wie schon erwähnt, sind die Pariser keineswegs abweisend, schroff oder überheblich. Allerdings sind sie sehr stolz darauf, in einer der schönsten Städte der Welt zu leben. Wir wollen aber auch nicht verhehlen, dass Sie den Einheimischen nur dann näher kommen, wenn Sie bereit sind, sich auf sie einzulassen. Die Pariser Bürgerinnen und Bürger lieben ihre Stadt. Oft genug verzweifeln sie auch an ihr. Das Leben in und mit dieser Stadt ist alles andere als einfach, manchmal ist es eher hart. In jedem Falle prägt es aber auch die Menschen. Die Besucher und Touristen, die sich im klimatisierten Reisebus durch diese Metropole kutschieren lassen und nur aussteigen, wenn es ein berühmtes Baudenkmal zu bestaunen oder einen Hamburger mit Cola zu verzehren gibt, werden diese Stadt und ihre Bewohner nicht kennen lernen.

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Gehen Sie also zu Fuß und streifen Sie absolut zwanglos umher: Zwischen den kleinen Läden, den schmalbrüstigen Bistros, den eleganten Cafes im „Marais“ oder den verschwiegenen Weinbergen im „La Butte Montmartre“.

Der Pariser Stadtteil Montmartre hat zwei völlig verschiedene Seiten, auf der einen Seite „tobt“ das internationale Vergnügungsviertel rund um den „Place Pigalle“ und auf der anderen Seite können Sie noch immer das „Butte Montmartre“, das „alte Dorf auf dem Hügel“ bewundern und genießen. Schon vor gut einhundert Jahren zogen die Pariser auf den „sündigen“ Hügel zu den kleinen und verschwiegenen Weinlokalen an der Windmühle. Preiswerte Ateliers und „willige“ Malermodelle lockten die Boheme der französischen Metropole nach Montmartre und machten das „Dorf“ weltberühmt. Künstler wie Toulouse-Lautrec, Renoir und Utrillo haben diesen Stadtteil für alle Ewigkeit unsterblich gemacht.

Voilà – entdecken Sie Ihr Paris.

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Gerhard-Stefan Neumann

Journalist + Werbetexter (GdbR)

COPYRIGHT © 2020 GERHARD-STEFAN NEUMANN MEDIA TV BLOG

Copyright und alle Rechte ausschließlich beim Autor. Nachdruck nur gegen Beleg und Honorar und „nur nach vorheriger Genehmigung“ gestattet.

Öffnungszeiten des Cimetière Montmartre (18. Arrondissement) 20, Avenue Rachel, 75018 Paris:

Tel. 01 53 42 36 30

Fax. 01 43 87 53 79

In den Monaten 6. November bis 15. März:

Montag – Freitag: 8.00 Uhr – 17.30 Uhr

Samstag: 9.00 Uhr – 17.30 Uhr

Sonntag: 9.00 Uhr – 17.30 Uhr

In den Monaten 16. März bis 5. November:

Montag – Freitag: 8.00 Uhr – 18.00 Uhr

Samstag: 8.30 Uhr – 18.00 Uhr

Sonntag: 9.00 Uhr – 18.00 Uhr

ANKUNFT IN PARIS

Flugzeug:

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Die meisten Charter- und Linienflüge landen auf dem Flughafen Roissy „Charles de Gaulles“ im Norden von Paris. Der Airport liegt etwa 25 Kilometer vom Stadtzentrum der französischen Hauptstadt entfernt. Dieser Flughafen verfügt über zwei große Terminals, die zudem sehr weit auseinanderliegen. Für den Rückflug wichtig: Merken Sie sich unbedingt den für Sie genannten Terminal und schauen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig in Ihr Ticket, denn kein Pariser Taxifahrer wird Sie zwischen den Terminals herumkutschieren.

In das Stadtzentrum von Paris gelangen Sie mit den Zügen der „RER“, den Bussen der „Air-France“ und den Gratis Pendelbussen der verschiedenen Luftfahrtgesellschaften. Fragen Sie bitte Ihr Reisebüro. Die Züge kosten pro Fahrt und Person fünf Euro, die Endhaltestellen sind entweder der „Gare du Nord“ oder der „Gare de l’Est“. Von diesen beiden großen Bahnhöfen können Sie dann entweder mit den öffentlichen Bussen, der Metro oder den privaten Taxis weiterfahren. Benutzen Sie aber „nur“ die „öffentlichen und lizenzierten“ Taxis und nehmen Sie grundsätzlich nur auf der Rückbank Platz.

Bahn:

Züge aus Süddeutschland kommen im Bahnhof „Gare de l’Est“ an; Züge aus dem Norden der Republik im Bahnhof „Gare d Nord“.

Auto:

Wenn die Anreise unbedingt mit dem eigenen Kraftfahrzeug erfolgen muss, dann suchen Sie sich ein Hotel an der Peripherie und benutzen dann die guten öffentlichen Verkehrsverbindungen. Buchen Sie aber „nur“ ein Hotel mit eigener Parkmöglichkeit.

Und noch ein wichtiger Hinweis:

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Ältere Reisende, Behinderte oder Reisende mit viel Gepäck sollten „unbedingt“ bei Ankunft in Paris auf ein „Taxi“ zurückgreifen. Eine Taxifahrt vom Flughafen in Roissy zu Ihrem Hotel kostet im Durchschnitt 75 – 80 €, aber Sie ersparen sich gerade als „Paris-Neuling“ den Umsteigestress.

Rollstuhlfahrer „müssen“ sich in Ihrem Reisebüro erkundigen, ob ihr Hotel über die entsprechenden Einrichtungen verfügt. Übrigens: Nur die neuen Metro-Linien sind „halbwegs“ auf Rollstuhlfahrer eingerichtet. Fragen Sie Ihr Reisebüro!

SICHERHEIT:

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Die französische Hauptstadt ist nicht „sicherer“ oder „unsicherer“ als jede andere europäische Metropole auch. Richten Sie sich nach dem „gesunden Menschenverstand“. Die „goldene und Platin veredelte Armbanduhr“ gehört zu Hause in den Banksafe, Edelkarossen mit dem „Stern“ oder der „Niere“ sollten tunlichst auch zu Hause bleiben. Da die französischen Hoteliers nicht für Ihre Wertsachen haften ist die Miete eines Hotelsafes „unbedingt“ erforderlich.

Weitere Hinweise können und möchten wir Ihnen an dieser Stelle nicht geben. Fragen Sie Ihr Reisebüro, kontaktieren Sie die Niederlassungen der französischen Fremdenverkehrsämter, sehen Sie im Internet nach und studieren Sie die verschiedenen Reiseführer von „MERIAN“ oder „MARCO POLO“.

ADRESSEN:

Französisches Fremdenverkehrsamt

Maison de La France

Westendstraße 47

D-60325 Frankfurt am Main

Tel.: 0190 – 57 00 25

Fax.: 0190 – 59 90 61

(*0,62 € /Min.)

Internet: www.franceguide.com

Email: franceinfo@mdlf.de

Bildunterschriften:

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Der Hügel von Montmartre ist 130 Meter hoch. Scheuen Sie nicht die 237 Stufen und gehen Sie hinauf zu einer der schönsten Kathedralen der europäischen Christenheit, Sacré-coeur. Von dort haben Sie einen herrlichen Blick über die französische Hauptstadt speziell auf das „alte Dorf Montmartre“. Mit dem Bau der Kathedrale wurde Ende des 19. Jahrhunderts begonnen und zwar als Sühne für den verloren gegangenen Krieg gegen Preußen 1870/71. Auch heute noch gibt es auf dem Montmartre viele versteckte Winkel, herrliche Stadtpalais und sogar kleine Weinberge.

Die Metrostation „Abbesses“ ist damals wie heute der „Eingang“ zu Montmartre und eine der wenigen noch erhaltenen, ursprünglichen Metro-Bauten.

Millionen von Touristen aus aller Welt besuchen Jahr für Jahr den grünen Hügel von Montmartre in Paris. Fliegende Händler (meistens Asylanten und Flüchtlinge aus Nordafrika) versuchen Postkarten und allerlei Kleinigkeiten an die Frau und auch an den Mann zu bringen. In der Regel geht von ihnen keinerlei Gefahr aus, aber auf Ihr Eigentum sollten Sie trotzdem immer gut aufpassen.

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Das Restaurant „Maison Catherine“ zählt zu den ältesten Gasthäusern in Paris und ist heute ein großer Publikumsmagnet. Einmal kurz hineinschauen sollten Sie schon – wenn Sie überhaupt einen Platz bekommen – aber „Mehr“ muss eigentlich nicht sein. Einheimische meiden den „Place du Tertre“, er ist schon lange nicht mehr, was er „früher“ einmal war.

Die Künstler kommen heute vielfach aus Osteuropa und sind manchmal sehr aggressiv. Wenn Sie sich porträtieren lassen wollen, dann bitte nur von einem „einheimischen Zeichner“ und der wird Ihnen auch gerne seine Lizenz zeigen. Aber auch hier: Vorsicht vor Taschendieben! Verwahren Sie Ihre persönlichen Wertgegenstände gut.

Die Kirche „L’EGLISE SAINT-PIERRE“ sollten Sie unbedingt besuchen. Sie ist die älteste Kirche in Paris und steht auf den Fundamenten einer Abtei, die im Jahre 1133 von „Ludwig dem Dicken“ und seiner Frau „Adelaide“ gegründet wurde. Achten Sie bitte „vorher“ auf Ihre Bekleidung, „Shorts“ und „transparente Blusen“ sind nun wirklich nicht das ideale Outfit für den Besuch eines Gotteshauses.

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Der Friedhof von Montmartre in Paris zählt mit Sicherheit zu den schönsten und interessantesten Friedhöfen in Frankreich und Europa, denn hier sind viele herausragende Persönlichkeiten der letzten Jahrhunderte zur letzten Ruhe gebettet worden. Friedhöfe sind aber nicht nur Orte des Abschiedes und der Trauer, sondern auch ganz wesentliche Orte der Besinnung und der Erinnerung. Sie sind Zeitzeugen der Geschichte. Egal, was sich Deutsche und Franzosen im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert gegenseitig an furchtbaren Verbrechen angetan haben, auf dem Friedhof von Montmartre hat die Versöhnung schon längst stattgefunden. Die Franzosen, die Deutschen, die Europäer sie alle zieht es auf diesen „grünen Hügel des Todes“ mitten in Montmartre in Paris.


 



Ein Hinweis in eigener Sache: Bitte unterstützen Sie meine Arbeit als politischer Journalist mit einer Spende …

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„Der Teufel hole meinen Ruf!

Ein Einkommen brauche ich!

Eine Arbeit brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure Automobile und eure Landhäuser sehe.“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

 


Einen schönen guten Tag liebe Zuschauer,

liebe Freunde …


Ein Hinweis in eigener Sache:

Bitte unterstützen Sie meine Arbeit als politischer Journalist mit einer Spende …

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Wenn man von seinen lieben Bekannten, Freunden und Mitmenschen etwas möchte, ist es vielleicht nicht ganz angeraten, sofort mit der Türe in das bekannte und berühmt-berüchtigte Haus einzufallen, aber andererseits ist es auch sicherlich nicht besonders hilfreich, lange um den heißen Brei herumzureden.

Deshalb möchte ich es gleich auf den Punkt bringen.

Am Schluss dieses Beitrages finden Sie die Bankverbindung zu meinem Spendenkonto verbunden mit der freundlichen Bitte um Beachtung und wenn es bei Ihnen irgendwie geht, um die eine oder andere Spende und Zuwendung und sei sie auch noch so klein.

Jede Ihrer Spenden, egal wie hoch oder auch klein, wird dankbar angenommen.

So, jetzt ist es heraus und damit sind wir auch gleich mitten in meinem heutigen Thema.

Es geht natürlich ums liebe Geld, um Spenden, um Zuwendungen also schlicht und einfach um das Überleben.

Missliebige Autoren, Journalisten und Publizisten werden in diesem unserem Lande nur höchst selten verklagt und vor Gericht gezerrt und meistens nur dann, wenn es halt gar nicht mehr anders geht, will heißen, wenn die Damen und Herren Schreiberlinge sich permanent wie All Rad der bei uns herrschenden politischen und wirtschaftlichen Klasse widersetzen.

Diese Fall ist nun bei mir eingetreten und offenbar bin ich den grünen, den linken und den roten und schwarzen Vasallen unserer Frau Bundeskanzler allzu sehr auf die zarten Füßchen getreten. Jedenfalls möchten die Mainstream Medien ganz augenscheinlich von mir nichts mehr wissen.



 

Nun, mein Verhältnis zu diesen Publikationen, Verlegern und Verlagen war schon immer ein etwas besonderes, so richtig sympathisch waren wir uns eigentlich nie, man könnte auch so sagen, die ausgeprägte und herzliche Abneigung beruhte durchaus auf Gegenseitigkeit.

So richtig existenzbedrohend ist meine wirtschaftliche Lage glücklicherweise noch nicht, aber ich muss halt sehen, dass ich meine Kosten in den Griff kriege und die Kontrolle in der Hand behalte.

Es ist in diesen aufgeregten Tagen eben nicht ganz einfach einen Blog auch nur halbwegs wirtschaftlich zu betreiben und die Betriebskosten nicht aus den Augen zu verlieren.

Deshalb schon meine obligatorische Bitte, auch wenn Sie es nicht mehr hören können, mögen oder wollen – aber es ist halt leider nicht zu ändern.

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Bitte, besuchen Sie meinen Blog. Und wenn Ihnen der eine oder Beitrag gefällt, dann versehen Sie ihn bitte mit einem Like und geben Sie den Link an Bekannte und Freunde weiter.

Und sind Sie auch bitte so freundlich und klicken Sie die eine oder andere Anzeige meiner Werbepartner an. Ich weiß, diese Bitte haben viele Kollegen und Kolleginnen und meistens ist mehr als lästig aber anders können wir unsere Blogs leider nicht finanzieren. Reichtümer erwerben damit sowieso nicht.

Ich habe mir erlaubt, am Schluss dieses Video Beitrages mein Spendenkonto einzublenden und ich bin für jede Ihrer oder Eurer Zuwendung sehr dankbar und sie auch noch so klein.

Inzwischen ist es so, dass ich wahrscheinlich aus Gründen meiner politischen Aktivität von den sogenannten Mainstream Medien nicht mehr publiziert werde. Und selbst kleinere und unabhängige Publikationen und Verlage scheuen inzwischen das Risiko meine Beiträge zu veröffentlichen.

Da ich kein Mitglied einer Partei oder einer politischen Organisation bin, kann und darf ich auch keine Spendenquittungen ausstellen. Dafür kann ich Ihnen aber versichern, dass Ihre Spenden auch zu einhundert Prozentpunkten bei dem richtigen Empfänger ankommen und dass ich nicht gezwungen bin irgendeine und wie auch immer geartete Parteilinie zu vertreten.

Wir freien Autoren, Journalisten und Publizisten haben in diesem unserem Lande de facto keinen Rechtsschutz mehr. Pressefreiheit gibt es nur noch für die regierungsamtlichen und regierungsnahen Propaganda Medien, will heißen, diese Kollegen und Kolleginnen sind beim Geldverdienen noch richtig gut dabei. Wie lange noch, wird sich bei der nächsten Wahl entscheiden.

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Im Herbst des nächsten Jahres wird ein neuer deutscher Bundestag gewählt. Und ich für meinen bescheidenen Teil kann nur hoffen, dass die derzeit bei uns herrschende politische und wirtschaftliche Klasse eine vernichtende Wahlniederlage erleiden wird.

Denn wenn die Damen und Herren der sogenannten deutschen Elite in ihrem verhängnisvollen Tun und Treiben nicht endlich gestoppt werden können, dann wird es mit der Bundesrepublik Deutschland kein gutes Ende nehmen.

Na denn, meine sehr verehrten Damen und Herren und liebe Freunde,

Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen und meine heißen Tränen fließen. Deutschland hat ewigen Bestand, es ist ein kerngesundes Land! Mit seinen Eichen, seinen Linden werde ich es immer wiederfinden.

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Stadt Nürnberg: Der Wöhrder See – ein Zwischenruf von Gerhard-Stefan Neumann …

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Ich berste vor Neid, wenn ich eure Automobile und eure Landhäuser sehe.“

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„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

 


Stadt Nürnberg: Der Wöhrder See – ein Zwischenruf von Gerhard-Stefan Neumann …

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Ein Besuch in der fränkischen Noris lohnt eigentlich immer und dies nicht nur zur Weihnachtszeit. Sicher, Christkindlesmarkt, echte Nermbärcher Bratwerscht, Glühwein und Weißbier locken die Touristen aus aller Herren Länder Jahr für Jahr in die „fränkische Hauptstadt“ im Norden des weißblauen Freistaates.

Doch Nürnberg hat noch viel mehr zu bieten:

In Sachen Freizeit und Erholung haben die Franken in den letzten fünf Jahrzehnten Maßstäbe gesetzt. Ein Beispiel dafür ist der „Wöhrder See“ in Nürnberg. Geplant als Hochwasser-Schutzspeicher für die beiden Flüsse „Fränkische Rezat“ und „Schwarzach“, hat er sich in den letzten drei Jahrzehnten nicht nur zu einem Naherholungsgebiet für die Nürnberger Bevölkerung sondern auch zu einem anerkannten Schutzgebiet für seltene Vogelarten entwickelt.

Der „Wöhrder See“ und die angrenzende „Wöhrder Wiese“ sind heute unverzichtbare Bestandteile des kulturellen Lebens in der Frankenmetropole:

Zahlreiche Open-Air-Veranstaltungen und Sommerfeste bieten fast für (fast) jeden Geschmack die richtige Freizeitunterhaltung. „Mitmachen“ ist von Seiten der

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Veranstalter durchaus erwünscht – Rücksichtnahme auf die berechtigen Interessen der Anwohner wird allerdings vorausgesetzt. Doch dies scheint für „unsere lieben deutsche Landsleute“ ein gänzlich unbekanntes Fremdwort zu sein. Die bundesdeutsche „Spaß-Gesellschaft“ hat zwar erhebliche Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, aber auf ihr lautstarkes Vergnügen wollen die Kids dieser Tage nun partout nicht verzichten.

Hochwasserkatastrophen suchen nicht nur die Menschen an den Küsten oder großen Flüssen heim, auch im vermeintlich sicheren „Hinterland“ können vergleichsweise „kleine“ fließende Gewässer wie die Pegnitz oder die Fränkische Rezat immensen Schaden anrichten. Den schon etwas älteren Bürgerinnen und Bürgern in der Frankenmetropole Nürnberg sind die schlimmen Überschwemmungen ihrer geliebten Altstadt in der Zeit vor den zwei Weltkriegen noch immer in lebhafter Erinnerung. In den frühen fünfziger Jahren machten Stadt, der Bezirk Mittelfranken und das Wasserwirtschaftsamt „Nägel mit Köpfen“ und stampften aus den östlichen Pegnitzauen am Rande der Altstadt den heutigen Wöhrder See aus dem sumpfigen Boden.

E D I T O R I A L

Nürnberg. (gsn) – Noch sind uns die schrecklichen und entsetzlichen Bilder der jüngsten Hochwasserkatastrophe an der Oder, in Polen und Tschechien in bedrückender Erinnerung. Für die betroffenen Menschen allerdings werden die schrecklichen Ereignisse des Sommers 2002 immer wie ein Damoklesschwert über ihnen hängen. Spätestens in einigen Wochen, wenn die gefürchteten Herbst- und Winterstürme über das geschundene Land im Osten unserer Heimat ziehen, werden sie sich fragen:

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„Halten die Dämme?“ und „Wie schlimm wird es dieses Mal werden?“

Noch sind die Soldaten der Bundeswehr vor Ort, ebenso die Helfer des Technischen Hilfswerks, tatkräftig unterstützt von zahlreichen Arbeitslosen aus der Region. Zigtausende Menschen ohne Arbeit aus der ganzen Bundesrepublik wollten mitmachen und helfen, die wenigsten konnten genommen werden. Da sage noch einer, deutsche Arbeitslose wären bequem, unflexibel, gar faul und wollten überhaupt nicht arbeiten.

In diesen dramatischen Wochen bewies die bundesdeutsche Politik Handlungsfähigkeit und dies über alle Parteigrenzen hinweg, obwohl Parlament und Regierung im verdienten Sommerurlaub waren, wie übrigens die meisten anderen Bürger auch. Trotzdem kamen die notwendigen Entscheidungen überraschend schnell und waren zudem außerordentlich präzise. Vielleicht klappte das Zusammenspiel von „oben“ nach „unten“ deshalb so gut, weil sich die ministerielle Kompetenz der daheimgebliebenen „Stall Wachen“ ohne Druck der „Chefs“ voll entfalten konnte.

Erfreulicherweise verzichtete zudem die „Polit-Prominenz aus der Berliner ersten Reihe“ auf öffentlichkeitswirksame Auftritte und überließ gänzlich ungewohnt den Fachleuten das Feld, jedenfalls so lange, bis das Schlimmste überstanden war.

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Vielleicht war gerade wegen des schnellen Handelns die Welle der nationalen Solidarität so exorbitant hoch. Jedenfalls bewiesen unsere Landsleute einer erstaunten europäischen Öffentlichkeit, dass sie offenbar doch besser als ihr Ruf sind, denn auch den polnischen und tschechischen Nachbarn wurde im Rahmen einer noch nie dagewesenen Solidarität rasch und unbürokratisch geholfen.

Der altgriechische Philosph Thales wußte schon, wovon er sprach, als er meinte: „Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser; aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück“.

Vor Hochwasserkatastrophen ist kein Land auf dieser Welt geschützt, oft genug fordern die Menschen zudem ihr Schicksal durch zügellose Abholzung der Wälder oder unverantwortliche Begradigung ihrer Flüsse noch heraus. Wasser kennt leider keine Grenzen und macht auch vor Barrieren nicht halt.

Diese schmerzliche Erfahrung mussten nicht nur die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt Hamburg anlässlich der großen Sturmflut im Jahre 1962 machen, sondern vor einigen Jahren auch die Erbauer des sogenannten „Schürmann-Baues“ in Bonn, der neuen Sendeanstalt der Deutschen Welle. Bis heute sind die versicherungsrechtlichen Fragen nicht geklärt, ebenso nicht, ob der Sender jemals sein neues Domizil beziehen kann.

 



 

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Auch im vermeintlich „Hochwasser-sicheren“ Hinterland sind die Menschen vor der zerstörerischen Kraft der ungezügelten Fluten keineswegs sicher.

In der Frankenmetropole Nürnberg kam es in diesem Jahrhundert immer wieder zu verheerenden Hochwasserkatastrophen, welche die historische Altstadt im wahrsten Sinne des Wortes unter Wasser setzten. Besonders schlimm traf es die Franken im Jahre 19O9, als für die historische Altstadt ernsthafte Gefahr bestand. Dabei waren es gerade die vergleichsweise „harmlosen“ Flüsse mittlerer Größe wie die Pegnitz, die Fränkische Rezat und die Schwarzach die den Nürnbergern so schlimme Ungemach bereiteten.

Zahlreiche Wehre zwischen Wöhrd und Mögeldorf sicherten bis in die vierziger Jahre hinein die Nürnberger und ihre Altstadt vor Überschwemmungen, noch intakte Flussarme sorgten zudem für eine gute Verteilung der Wassermassen. Der verheerende zweite Weltkrieg legte nicht nur die wunderschöne mittelalterliche deutsche Reichsstadt in Schutt und Asche, sondern auch die eben schon erwähnten Wehre, von da an war dem Hochwasser wieder Tür und Tor geöffnet.

Im Zuge des Wiederaufbaus Nürnbergs beschloss anfangs der fünfziger Jahre der Rat der Stadt der gefürchteten Pegnitz ein neues Flussbett zu geben, finanziert wurde diese erste Hochwasser-Schutzmaßnahme vom Bezirk Mittelfranken. Neun Jahre später, im Oktober 1959, beschloss die Nürnberger Ratsversammlung im östlichen Pegnitztal einen künstlichen See anzulegen, der einerseits die im Kriege zerstörten Wehre ersetzen und andererseits den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ein einmaliges Erholungsgebiet ermöglichen sollte. Mit diesem Konzept sollte eine frühe Vision des ehemaligen Stadtrates und späteren Stadtbaurates Heinz Schmeissner in Erfüllung gehen, der schon im Jahre 1938 eine Zeichnung über den neuen geplanten Wöhrder See anfertigte.

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Weitere zehn Jahre später, am 22. Januar 1968 war es dann endlich soweit, zwischen dem Bezirk Mittelfranken und der Stadt Nürnberg kam es zu einer vertraglichen Regelung über den Ausbau der Pegnitz im Stadtgebiet von Nürnberg, der Wöhrder See konnte endlich gebaut werden.

Die Bauarbeiten dauerten von 1968 bis 1981, die Gesamtfläche des Sees beträgt 517.000 Quadratmeter, das Altwasserbiotop beläuft sich auf 30.000 Quadratmeter. Die mittlere Seetiefe beträgt 1,90 Meter, insgesamt mussten rund 700.000 Kubikmeter Erde bewegt werden. Die Gesamtkosten der Bauarbeiten beliefen sich für damalige Verhältnisse auf die astronomische Summe von 12 Millionen Mark. Davon haben der Bezirk Mittelfranken 3,5 Millionen Mark, die Stadt Nürnberg 5,1 Millionen Mark und der Freistaat Bayern 3,4 Millionen Mark übernommen. Das Anlegen der Grünflächen dauerte fast siebzehn Jahre und wurde im Jahre 1987 abgeschlossen, an Kosten wurden hierfür zusätzlich über elf Millionen Mark aufgewendet. Aus dem Programm „Freizeit und Erholung“ bewilligte der Freistaat Bayern für die Begrünung des Sees Zuschüsse von fast zwei Millionen Mark.

Die Stadt Nürnberg und der Bezirk Mittelfranken arbeiteten erfreulicherweise Hand in Hand, anders wäre diese Jahrhundertaufgabe wohl auch nicht zu bewältigen gewesen.

In den Jahren 1968 – 1972 schaufelten die Bagger das Bett für den Unteren Wöhrder See frei, der Wöhrder Talübergang mit einem beweglichen Wehr wurde neu gebaut und bildet nun wie schon damals die Grenze zur Wöhrder Wiese. Und auch dies soll erwähnt werden, dass sich diese gerade bei kleinen Sportvereinen mit schmalem Budget einer wachsenden Beliebtheit erfreut und somit aus dem Sportgeschehen der Stadt nicht mehr wegzudenken ist.

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Drei Jahre später, am neuen Sandfang im Oberen Wöhrder See, also in der Zeit von 1972 – 1975 wurde die Ludwig-Erhard-Brücke gebaut. Der Sandfang war deshalb so notwendig, weil die Pegnitz gewaltige Mengen an Sand- und Schlammmassen in den See ein spült.

Neue ökologische Erkenntnisse und der aufkommende Umweltschutzgedanke ließen die verantwortlichen Planer glücklicherweise Anfang der achtziger Jahre zu ganz neuen Erkenntnissen kommen. Die Altarme der Pegnitz blieben vollständig unberührt, ebenso die vorhandene Flora und Fauna. Ein ausgewiesenes und streng geschütztes Altwasserbiotop bietet selten gewordenen Exemplaren aus der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur entsprechende Rückzugsräume, sondern vollkommen neue und artgerechte Lebensräume.

Wo viel Licht ist, findet sich bekanntlich auch (viel) Schatten, dies ist gut so und das soll auch nicht in Abrede gestellt werden. Die mächtigen und höchst unansehnlichen Wohntürme der „Norikus Eigentumswohnanlage“ allerdings hätten nach heutigem Erkenntnisstand und in diesem Jahrhundert wohl keine Chance mehr auf eine Baugenehmigung. Die Anlage verliert von Jahr zu Jahr an Attraktivität und wird einem amerikanischen Slum immer ähnlicher. Inzwischen ist der Ruf der Anlage so ramponiert, dass gerade schon die „berühmt-berüchtigten“ Ein-Zimmer-Appartements zum absoluten „Schnäppchen-Preis“ regelrecht verschleudert werden. Hauptsache, die Alt-Eigentümer werden das „Übel“ los. Für eine ziemlich „zügige Neubelegung“ sorgt schon das Sozialamt der Stadt Nürnberg, selbstredend auf Kosten der „noch“ steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger.

Zugegebenermaßen muss aber das „Recht auf Irrtum“ auch für Stadtplaner gelten, schließlich ist keine Generation frei von gewissen Moden, und seien sie auch noch so hässlich.

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Auch zehren die vielen „lautstarken“ sommerlichen Freiluft-Veranstaltungen rund um den Wöhrder See an den Nerven der Lärm-gepeinigten Anwohner.

Oder würden Sie es, geneigter Leser und verehrte Leserin besonders lustig finden, wenn am geheiligten Sonntag mitten im Hochsommer und dies zur allerbesten Frühstückszeit ein paar hundert sturzbetrunkene deutsche Zeitgenossen anlässlich des „Wöhrder See-Festes“ die heimliche deutsche Nationalhymne „La Paloma“ über den See gröhlen?

Es ist der schiere Wahnsinn und kaum zu fassen:

Die „total verblödeten Ballermänner“ sind inzwischen auch in der Frankenmetropole Nürnberg angekommen. Was für ein erbärmlicher Abstieg! Aus der Metropole des deutschen Mittelalters ist eine verkommene Absteige für Suffköpfe geworden!

Und damit das „Ganze“ noch einen halbwegs intellektuellen Anstrich bekommt, die inzwischen sattsam bekannte und vielfach bestätigte PISA-Studie lässt schön grüßen, feiern dann die beiden großen christlichen Kirchen mit diesen „alkoholisierten Bekloppten“ anschließend noch einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst.

 



 

Wenn es nicht so traurig wäre, man(n) müsste über soviel Dummheit und Ignoranz eigentlich nur noch lachen.

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Übrigens,

die Stadt Nürnberg ist in Sachen „intellektueller Geistesblitze“ auch nicht viel besser:

Vor nicht allzu langer Zeit wollten die Stadtoberen den Bewohnern der Wohnanlage „Norikus“ allen Ernstes sogar einen Biergarten mit abendlicher Blasmusik unmittelbar vor die Nase setzen; und dies nur, damit ein „stadtbekannter Elite-Gastronom“ ein bisschen Kohle „nebenher“ machen konnte. In der sprichwörtlich letzten Sekunde konnte dieser „städtische Über-Schwachsinn“ gerade noch verhindert werden.

Trotzdem:

Der Wöhrder See und die ihm vorgelagerte Wiese gleichen Namens zählen zu den herausragenden baulichen und landschaftlichen Errungenschaften der Frankenmetropole Nürnberg und sie dürfen sicherlich in einem Zuge mit dem Wiederaufbau der Altstadt, dem Ausbau des Flughafens, dem Bau der S-und U-Bahnen, dem neuen Klinikum und der Errichtung des Frankenstadions genannt werden.

Und in irgendeiner Form, zumeist natürlich als Geldgeber, war der Bezirk Mittelfranken an all diesen gewaltigen Objekten beteiligt und auf seine Hilfe wird die Stadt wohl auch zukünftig nicht verzichten können.

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Da oft genug gerade die „unpolitischen“ Bürgerinnen und Bürger wenig oder so gut wie gar nichts über die Arbeit der Bezirksräte wissen, finden wir, dass es einmal an der Zeit ist, den Damen und Herren dieses wichtigen kommunalen Gremiums ein herzliches Dankeschön zu sagen.

Autorenvermerk:

Gerhard-Stefan Neumann

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La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann …

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„Der Teufel hole meinen Ruf!

Eine Arbeit brauche ich!

Ein Einkommen brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure schönen Frauen, eure edlen Automobile und eure teuren Landhäuser sehe …“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)


La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann …

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann …

La Gomera: Die kleinste Insel der Kanarischen Inseln ist zu jeder Jahreszeit ein ideales Reiseziel.

Nürnberg. (gsn) – Liebhaber schwärmen von ihrer Urwüchsigkeit und bezeichnen sie als einzigartiges und unverdorbenes Juwel. Ihre Freunde sind von der landschaftlichen Schönheit beeindruckt. Selbst flüchtige Bekannte geraten beim Anblick der smaragdgrünen Bananenplantagen in Begeisterung. Das Heer ihrer Anhänger und Verehrer geht in die zigtausende. Ob stressgeplagter Manager, Erholungssuchender Naturmensch, Wanderer mit sportlichen Ambitionen oder gar „Aussteiger“ – sie alle sind ihrem unvergleichlichen Charme erlegen. Dabei hat sie auf den ersten Blick hin keine besonderen Attraktionen zu bieten. Sie besitzt keine kilometerlangen Sandstrände, keine Hotelburgen – und mit dem Nachtleben ist es auch nicht weit her. Ihre Qualitäten blühen sozusagen im Verborgenen, werden erst auf den zweiten Blick sichtbar. Das Geheimnis ihrer anmutigen Schönheit liegt in der schon erwähnten Landschaft mit den alten Dörfern, die wie Schwalbennester an steil terrassierten Berghängen platziert sind.

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann …

Nicht zu vergessen die herzlichen und liebenswürdigen Einwohner, die mit harter Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.

Die Rede ist von La Gomera, dem unvergleichlichen Juwel der Kanaren. Oder wie das Eiland auch gerne genannt wird – Insel des Kolumbus. Der große spanische Seefahrer machte 1492 im Hafen der Inselhauptstadt San Sebastian Station um Wasser und Vorräte aufzufüllen. Danach erst schickte er sich an, die neue Welt zu entdecken.

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La Gomera ist eine der kleinsten der Kanarischen Inseln. Von der Hauptinsel Teneriffa ist sie 25 Kilometer und vom afrikanischen Festland etwa 370 Kilometer entfernt. Ihre Küstenlänge beträgt 98 Kilometer, wovon 83 Kilometer reine Steilküste sind. An Stränden hat sie rund 15 Kilometer aufzuweisen, der Anteil an Sandstränden beläuft sich auf ganze 500 Meter.

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann ...
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Vielleicht oder gerade deswegen konnte sich auf La Gomera kein Massentourismus entwickeln.

Jede Bekanntschaft mit La Gomera beginnt und endet in der Inselhauptstadt San Sebastian. Ob Geschäftsmann, Handwerker, Lieferant oder Tourist – die imposante Fähre der Ferry Gomera spült sie zielsicher, wenn auch manchmal arg sturmgebeutelt, an Land. Lange Zeit war der natürliche und geschützte Hafen der maritime Verbindungspunkt zwischen Alter und Neuer Welt.

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In der 1490 erbauten gotischen Kirche Igiesia de la Asuncion betete Kolumbus und erflehte den göttlichen Segen. Wie wir inzwischen wissen, hat er ihn erhalten.

Zentrum von San Sebastian ist die Plaza de America. Unter dem Schatten der Riesenlorbeerbäume trifft sich in heutiger Zeit die Jugend Europas. Große Auswahl an Sport und Unterhaltung hat sie allerdings nicht: die wenigen Bars und Cafes rund um die Plaza sind die Ausnahme. Dafür rücken die Filialen spanischer und europäischer Großbanken immer näher. Zum Glück für die Einheimischen und auch die zahlreichen Gäste aus aller Welt konnte die „Silo-Zement-Bauweise“ gerade noch rechtzeitig abgewendet werden.

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Ähnliches gilt für die Playa de Santiago. Noch vor dem ersten Weltkrieg wohnten hier sehr wenig Menschen. Der Hauptgrund hierfür muss der chronische Mangel an Wasser gewesen sein. Eine Was­serversorgung, die halbwegs unseren Vorstellungen entspricht, existiert auf La Gomera erst seit den späten dreißiger Jahren. In jenen sehr schwierigen Zeiten hausten die Inselbewohner in Höhlen, die in den Fels gehauen waren. Diese äußerst bescheidenen Unterkünfte werden inzwischen nur noch als Lagerräume und Stallungen genutzt. Heute gibt es an der Uferpromenade einige kleine Pensionen – Bars und Cafes.

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Die neue Hafenmauer tut ein Übriges:

unter ihrem Schutz konnte sich ein sehr bescheidenes Fischereiwesen entwickeln. Einen großen Badetourismus lässt schon der steinige Kiesstrand gottlob nicht zu.

Die Haupteinnahmequelle des Ortes ist das Vier-Sterne-Hotel Jardin Tecina. Das architektonische Kleinod liegt auf den etwa fünfzig Meter hohen Klippen der Playa de Santiago und ist ganz im maurischen Stil dorfartig angelegt. Allein der Garten des renommierten Hauses ist ein Erlebnis für sich. Jede einzelne Pflanze, jeder Strauch und jede Palme ist an einem einzigartigen Bewässerungssystem angeschlossen. Mehrere Gärtner sorgen nahezu rund um die Uhr für das Wohlergehen ihrer blühenden Schützlinge.

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Weniger malerisch geht es im „Tal des großen Königs“ auf der Westseite der Insel zu. Gemeint ist Stadt und Region Valle Gran Rey. Hier wirkt alles geplant, kultiviert und wie von Landschaftsarchitekten entworfen. Die manchmal erschreckende Schönheit des Tales findet ihren Ausdruck in den beeindruckenden mehrere hundert Meter hohen Terrassen, die aus Bergquellen bewässert werden.

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Und in diesem „Tal des großen Königs“ sind auch die schlimmsten Bausünden auf La Gomera zu finden. An der Meeresküste der Playa de Valle Gran Rey „stapeln“ sich Hotels, Pensionen und Supermärkte im wahrsten Sinne des Wortes. Und das Schlimmste daran ist, wie lieblos sie in die Landschaft „geklotzt“ wurden.

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Das Wortspiel “Tal des großen Königs“ wird dem Guanchenkönig Hupalupa zuge­schrieben, der mit seinem Sohn zusammen eine Mordtat ausheckte, um die Vergewaltigung einer Prinzessin zu rächen. Nach Vollendung der Bluttat soll der König seinen eigenen Sohn und Mitwisser der Tat, getötet haben.

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Die reizvollsten Orte auf La Gomera sind sicherlich Agulo und Hermigua, die im Norden der Insel liegen. In beiden „Städten“ scheint der Begriff „Zeit“ ein Relikt aus der Vergangenheit zu sein. Sicherlich hat die enorme Abwanderung der Jugend ihren Teil mit dazu beigetragen. So aber sind die beiden Gemeinden von den Errungenschaften moderner Technik und Architektur verschont geblieben. Zum Glück für den Hightech Wohlstandsbürger unserer Tage, der sich so unvermittelt einer urbanen, ja fast unwirklichen Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts gegenüber sieht.

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Wirtschaftlich ist auch hier in der nördlichen Region von La Gomera der Niedergang angesagt. Sicherte über viele Jahrzehnte hinweg die kanarische (gomerische) Banane Reichtum und Wohlstand des Archipels, so sind jetzt die Bananen aus Süd- und Mittelamerika auf dem Vormarsch.

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Absoluter Höhepunkt einer jeden Gomera Reise ist jedoch der Nationalpark Garajonay. Nach alter Sage wurde er nach einem jungen gomerischen Liebespaar benannt, das im Liebesleid auf dem höchsten Punkt der Insel gemeinsam in den Tod ging. Auf einer Fläche von 4000 Hektar ist nun Gomeras subtropischer Regenwald geschützt. Interessierte Laien und Fachleute aus aller Welt können hier die unterschiedlichsten Pflanzenarten in Augenschein nehmen. Lebenswichtig für den Regenwald sind die Passatwinde. Sie streichen aus nördlicher Richtung über die Insel und bilden dicke Wolkenbänke, die dann über Tage hinweg die Gipfel in Dunst und Nebel hüllen, während das Wasser zu Boden fällt und in tiefe, unterirdische Basaltschichten abfließt. Mit Hilfe artesischer Brunnen und einem ausgeklügelten Leitungssystem wird es dann in die trockeneren Regionen der Insel weitergeleitet.

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Im Park selbst kann an bestimmten Plätzen gegrillt werden. Und für die ganz Kleinen ist auch gesorgt:

zahlreiche Spielplätze lassen Langeweile erst gar nicht aufkommen. Zudem sind die Gomerienos für ihre Gastfreundschaft berühmt, die so manchen „touristischen Mangel“ wieder ausgleicht.

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Übrigens:

La Gomera hat das ganze Jahr über Saison. Im Winter erreichen die Temperaturen 20 Grad Celsius und im Sommer 26 Grad Celsius. Dabei haben die schon erwähnten Passatwinde auch eine angenehme Funktion:

die Sonnenhitze wird durch sie entscheidend gemildert – und macht so die heißen Temperaturen erträglich.

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So bleibt nur wieder einmal die Hoffnung, dass sich die anderen Ortes gemachten Fehler im Falle La Gomeras nicht wiederholen werden – und, dass die Gomerienos Hand in Hand mit ihrer Inselregierung die schlimmsten „Touristen- Auswüchse“ verhindern können.

La Gomera, die Insel des Kolumbus und unverdorbenes Juwel des kanarischen Archipels – (noch) ein kleines Paradies. Wer weiß wie lange.

Autorenvermerk:

Gerhard-Stefan Neumann

Freier Journalist + Werbetexter (GdbR)

COPYRIGHT © 2000-2020 GERHARD-STEFAN NEUMANN MEDIA TV

Copyright und alle Rechte ausschließlich beim Autor. Nachdruck nur gegen Beleg und Honorar „und nur nach vorheriger Genehmigung gestattet.“

WICHTIG: INFO ZUM ARTIKEL „LA GOMERA“

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La Gomera wird von allen großen deutschen Reiseveranstaltern angeboten, z.B. TUI, Neckermann, Karstadt, Airtours, der Alpin-Schule Innsbruck und Jahn-Reisen.

Die Anreise erfolgt per Charterflug über den neuen Flughafen von Teneriffa Süd. Die Flugzeit beträgt zwischen fünf und sechs Stunden.

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Für Reisende aus “dem Norden und dem Osten der Republik“ kann möglicherweise eine Zwischenübernachtung auf Teneriffa notwendig werden.

Nach der Landung auf Teneriffa-Süd erfolgt der Transfer zum Hafen Los Cristianos – Dauer etwa 30 Minuten.

Die Fähre der Ferry Gomera (Olsen-Line) benötigt für die Überfahrt nach La Gomera etwa 90 Minuten die allerdings manchmal etwas stürmisch verlaufen können.

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„Angespült“ werden die Gäste im Hafen der Inselhauptstadt San Sebastian. Von dort erfolgt der Transfer zu den gebuchten Hotels.

Die Fahrt zum Hotel Jardin Tecina an der Südseite der Insel dauert z. B. noch einmal 1 1/2 Stunden – die Fahrt nach der Westseite – also Valle Gran Rey nimmt mindestens zwei Stunden in Anspruch. Ähnliches gilt für den Norden der

Insel.

WICHTIG:

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DIE ABREISE AUS DEM TAL VALLE GRAN REY ERFOLGT MEISTENS PER TAXI-TRANSFER – UND DIES IN DEN FRÜHEN MORGENSTUNDEN !

Je nach Lust und Geldbeutel reicht das Hotel-Angebot von zum Teil sehr schönen und preiswerten Privatquartieren, gut ausgestatteten Ferienwohnungen bis zum Spitzenhotel wie z.B. dem 4-Sterne-Hotel Jardin Tecina.

In der Winter-Saison 2019/2020 sind Appartements für 2 Personen an der Playa de Santiago, vierzehn Tage, für runde 1.000 EURO zu haben. Veranstalter:

Karstadt und TUI. (Die Supermärkte sind nah und gut sortiert).

GANZ WICHTIG:

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GÄSTE, DIE PRIVAT ANREISEN, ODER DIE INSEL VON TENERIFFA AUS BESUCHEN WOLLEN, SOLLTEN DIE FÄHRE SCHON IM HIESIGEN REISEBÜRO BUCHEN !

Weitere Fragen beantwortet das Spanische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt am Main, Telefon 069 72 50 33+ 38, Telefax 069 72 53 13.

Literatur:

Unbedingt zu empfehlen (und dies schon vor der Abreise lesen) ist das GOMERA Handbuch (Offizieller Inselführer), erschienen im Conrad Stein Verlag, ISBN 3-922965-48-2, zum Preis von 12 EURO.



Kartler-Szene in Bayern: Ist Bayerisch Schafkopf noch Trumpf – von Gerhard-Stefan Neumann …

Gerhard-Stefan Neumann Media TV Blog
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„Der Teufel hole meinen Ruf!

Eine Arbeit brauche ich!

Ein Einkommen brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure Frauen, eure Automobile und eure Landhäuser sehe.“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)


Kartler-Szene in Bayern: Ist Bayerisch Schafkopf noch Trumpf – von Gerhard-Stefan Neumann ...
Kartler-Szene in Bayern: Ist Bayerisch Schafkopf noch Trumpf – von Gerhard-Stefan Neumann …

Kartler-Szene in Bayern: Ist Bayerisch Schafkopf noch Trumpf – von Gerhard-Stefan Neumann …

Nürnberg. (gsn) – Zu den großen Schafkopf-Turnieren kommen immer weniger Kartler. Bei den bayerischen Meisterschaften im vergangenen November waren es beispielsweise statt rund 16OO wie im Vorjahr nur 5OO Spielerinnen und Spieler. Ein geänderter Austragungsmodus, sozusagen um die Spreu vom Weizen schon vorab ein bisschen zu trennen, trug zu diesem Schwund einen guten Teil bei.

Die Verantwortlichen im Bayerischen Schafkopf-Verein (BSV) beklagen diese „traurige, dramatische Entwicklung“, und geben auch der Gastronomie Schuld daran. In immer weniger Gaststätten könnten die Kartler dem bayerischen Nationalsport frönen.

Totgesagte leben bekanntlich immer etwas länger.

Oder anders ausgedrückt:

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Je öfter das vermeintliche Hinscheiden prophezeit wird, desto hartnäckiger hält sich der Widerborstige. So oder ähnlich geht es einer großen Fangemeinde, die sich in ihrer Freizeit mit Begriffen, wie „Wenz und Schieber“ herumschlägt oder „einem flotten Vierer“ nicht abgeneigt ist. Dabei befinden sich diese Damen und Herren in der besten Gesellschaft. Ihr Hobby teilen Sie mit diversen Film- und Fernsehgrößen, Ministern und Wirtschaftsbossen – oder ganz einfach mit dem Nachbarn. Gespielt wird es hauptsächlich in Bayern und Süddeutschland, wo nach vorsichtigen Schätzungen rund zweieinhalb Millionen Frauen und Männer ihrem Hobby „verfallen“ sind. Anhänger hat „es“ natürlich auch in den USA (mit rund eintausend Spielern), Südamerika und sogar in Australien – hauptsächlich aber immer dort wo ausgewanderte Bayern sich eine neue Heimat geschaffen haben. Und gut organisiert sind die Hauptdarsteller unseres Berichtes natürlich auch:

Neben diversen Bezirks- und Landesligen gibt es Bayerische-, Deutsche-, und sogar Weltmeisterschaften, die alle zwei Jahre regelmäßig an den schönsten Reisezielen dieser Welt stattfinden.

Erst 1989 hat sich der Bayerische Schafkopf-Verein (BSV) Regeln gegeben, die im Grundsatz jedoch aus dem Jahr 1895 stammen. Allein im süddeutschen Raum gibt es über zwei Millionen Anhänger dieses fünfhundert Jahre alten Spiels. Also, so sollte man meinen, die besten Voraussetzungen für eine glückliche „Schafkopf-Zukunft“.

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Doch es gibt auch andere Stimmen – vornehmlich aus der Bayerischen Landeshauptstadt München:

Kartler seien zu laut, störten durch das allzu rege Treiben andere Gäste, und last but not least seien sie schlechte Verzehrer, heißt es dort in vielen Lokalen. Und damit liegen die „Hauptstädter“ voll im Trend. Eine Umfrage unter Bayerns Gastronomen brachte nichts umwerfend Neues an das „Kartler-Tageslicht“. Fest steht aber, dass es um den Nachwuchs hierzulande außerordentlich gut bestellt ist.

Der „BSV-Bosse“ und „Chef-Strategen“ des bayerischen Schafkopfer sehen dies auch recht pragmatisch:

„Computerspiele ersetzen nun mal keine bayerische Stammtisch – Kommunikation, und seien sie auch noch so clever“.

Auch in Sachen „Spielstätten“ sieht es im bayerischen Freistaat besser aus als allgemein vermutet, vielleicht auch, weil sich die eingefleischten Kartler nicht unterkriegen lassen und auf ihre „Rechte“ pochen. Generell gilt natürlich, das es die Kartler auf dem Land, also dort, wo Traditionen noch gefördert und gepflegt werden, einen leichteren „Stand“ haben als in den Ballungsräumen der Großstädte. Und Hand aufs Herz:

Was wäre eine typisch bayerische Dorfkneipe ohne ihren Kartler Stammtisch?

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Doch zurück zu den Anfängen des Bayerischen National-Kartenspiels – oder wissen Sie über dieses leidenschaftliche Hobby schon ganz genau Bescheid?

Fest steht, dass Schafkopf zu den alten bayerischen Kulturgütern gehört und dass es eine mindestens fünfhundertjährige Tradition hat, denn bereits die Landsknechte vertrieben sich damit die Zeit. Die neue, heute gültige „Schafkopf-Ordnung hat inzwischen auch schon hundert Jahre auf ihrem „Buckel“.

„Bayerisch Schafkopf“

zählt mit Sicherheit zu den interessantesten Kartenspielen der Welt:

Fachleute haben errechnet, dass die Kartenverteilungsmöglichkeiten rund 99.65O Billionen Spiele zulassen, und bei dieser Zahl ist die Sitzreihenfolge noch gar nicht berücksichtigt. Und auch in Sachen Rechtschreibung haben sich die Experten geeinigt – Schafkopf mit einem „f“ ist absolut richtig. Für die Schreibweise mit zwei „ff“ gibt es mittlerweile eine einleuchtende Erklärung:

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In den Wirtshäusern des späten und ausgehenden Mittelalters gab es statt Tischen nur Fässer, genannt „Schaffen“. Und auf diesen Schaffen wurde „gekoffert“, als heißt Schaffkopfen nichts anderes, als Kartenspielen auf Schaffen.

Im Übrigen ist Schafkopf natürlich ein Volksspiel, das im Laufe der letzten fünfhundert Jahre eine beachtliche Wandlung und auch neue Varianten erfahren hat. Bestes Beispiel hierfür ist die Schafkopf-Tochter „Skat“. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) war das Spiel „König und Volk“ überaus populär – heute besser unter dem Namen „Doppelkopf“ bekannt. Der Urahn aller europäischer Kartenspiele, also auch des „Schafkopf“, heißt „Tarock“. Verwandt mit dem Schafkopf sind das „Karnöffel-Spiel“ und „L’Hombre“. Das „karnüflen“ wurde erstmals 1426 urkundlich erwähnt und zwar in der alten deutschen Reichsstadt Nördlingen. Und dieses Spiel hatte im wahrsten Sinne des Wortes eine politische, ja eine revolutionäre Dimension:

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Der Landsknecht, genannt „Karnöffel“, als Trumpfuntermann war im Spiel die höchste Karte und stach nicht nur „Obermann“, sondern auch die restlichen Größen seiner Zeit, wie „Papst“, „Kaiser“ und „König“.

Bayerisch Schafkopf ist so erfrischend unterschiedlich wie der Freistaat Bayern selbst – oder anders ausgedrückt:

Der unaussprechliche Begriff von der Subsidiarität hat im Schafkopf schon längst Einzug gehalten. Schließlich wird das bayerische National-Kartenspiel in fast jedem Landesteil und Wirtshaus anders gespielt. Doch in einem ist sich das Volk der Bajuwaren absolut einig:

„Ober“, „Unter“ und „Herzen“ stechen überall gleich und der „Alte“ ist der höchste Trumpf.

„Zartbesaitete Damen“, „höhere Töchter“ oder „wohlerzogene Absolventinnen aus Klosterschulen“ sollten sich nicht leichtfertig und ohne Grund in die Nähe von „Schafkopfern“ begeben – ihr seelisches und moralisches Gleichgewicht könnte möglicherweise einen nicht mehr wiedergutzumachenden Schaden erleiden. Denn die Sprache der „Schafkopf-Zocker“ ist mithin nicht gerade ladylike:

„Raus mit der Hure aus dem Pfarrhof“, „der Hund stopft’s“ oder „mit der Alten geht es auf das Waldfest“, sind gängige Schafkopf-Umgangssprache. Für unsere „unkundigen“ Leserinnen und Leser haben wir diese Begriffe in den allgemein üblichen deutschen Sprachgebrauch übersetzt. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel:

Kartler-Szene in Bayern: Ist Bayerisch Schafkopf noch Trumpf – von Gerhard-Stefan Neumann ...
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Weibliche „Zocker“ in Form von „Schafkopf-Kaffeetafeln“ sind in jüngster Zeit auf dem Vormarsch und frönen ihrem Hobby mit der gleichen Leidenschaft wie ihre männlichen Mitstreiter.

Übrigens:

„Haus und Hof“ verlieren die modernen Zockerinnen und Zocker des einundzwanzigsten Jahrhunderts nicht mehr – allerdings, um all zu hohe Einsätze sollten Anfänger in ihrer Schafkopf-Lehrzeit keinesfalls spielen, denn bei einer eingefleischten Schafkopfkartler Runde kann pro Spielabend locker der Tagesverdienst eines Arbeiters gewonnen oder verspielt werden. Schließlich kostet in bayerischen Wirtshäusern das Einzelspiel zwischen zehn und fünfzig EURO-Cent. „Gut-Betuchte“ blättern sogar zwischen zwei und fünf EURO’s hin. Und mit noch einem Vorurteil soll an dieser Stelle gründlich aufgeräumt werden:

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Manche unserer Zeitgenossen halten ihre Kartenspielenden Mitmenschen für nicht besonders intelligent, doch gerade Schafkopfer brauchen ein bildhaftes, fast phänomenales Gedächtnis und die Fähigkeit, im richtigen Moment den richtigen Stich anzubringen – bei den schon erwähnten Varianten keine Kleinigkeit. Und eine Menge Kondition müssen sie auch mitbringen:

Bei den Bayerischen Meisterschaften waren im vergangenen Jahr in zwölf Stunden immerhin 24O Spiele zu absolvieren. Und dieses Unterfangen setzt nicht nur körperliche Fitness sondern auch eine hohe Konzentrationsfähigkeit voraus.

Kartler-Szene in Bayern: Ist Bayerisch Schafkopf noch Trumpf – von Gerhard-Stefan Neumann ...
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Zum Schluss meine Beitrages schon meine obligatorische Bitte, auch wenn Sie es nicht mehr hören können, mögen oder wollen – aber es ist halt leider nicht zu ändern.

Bitte, besuchen Sie meinen Blog. Und wenn Ihnen der eine oder Beitrag gefällt, dann versehen Sie ihn bitte mit einem Like und geben Sie den Link an Bekannte und Freunde weiter.

Und sind Sie auch bitte so freundlich und klicken Sie die eine oder andere Anzeige meiner Werbepartner an. Ich weiß, diese Bitte haben viele Kollegen und Kolleginnen und meistens ist mehr als lästig aber anders können wir unsere Blogs leider nicht finanzieren. Reichtümer erwerben damit sowieso nicht.

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Ich habe mir erlaubt, am Schluss dieses Video Beitrages mein Spendenkonto einzublenden und ich bin für jede Ihrer oder Eurer Zuwendung sehr dankbar und sie auch noch so klein.

Da ich kein Mitglied einer Partei oder einer politischen Organisation bin, kann und darf ich auch keine Spendenquittungen ausstellen. Dafür kann ich Ihnen aber versichern, dass Ihre Spenden auch zu einhundert Prozentpunkten bei dem richtigen Empfänger ankommen und dass ich nicht gezwungen bin irgendeine und wie auch immer geartete Parteilinie zu vertreten.

Deutschland, Deutschland über alles, über alles wächst mal Gras. Ist das Gras so’n Stück gewachsen, frisst’s ein Schaf und sagt: Das war’s.

Kartler-Szene in Bayern: Ist Bayerisch Schafkopf noch Trumpf – von Gerhard-Stefan Neumann ...
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Na denn, meine sehr verehrten Damen und Herren und liebe Freunde,

Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht, ich kann nicht mehr die Augen schließen und meine heißen Tränen fließen. Deutschland hat ewigen Bestand, es ist ein kerngesundes Land! Mit seinen Eichen, seinen Linden werde ich es immer wiederfinden.

Das war ein Auszug aus den Nachtgedanken von Heinrich Heine …

Autorenvermerk:

Gerhard-Stefan Neumann

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Nachdruck, auch auszugsweise, nur gegen Beleg und Honorar „und nur nach vorheriger Genehmigung gestattet.“



Die Katze des Botschafters – eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …

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„Der Teufel hole meinen Ruf!

Eine Arbeit brauche ich!

Ein Einkommen brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure schönen Frauen, eure edlen Automobile und eure teuren Landhäuser sehe.“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)


Die Katze des Botschafters - eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …
Die Katze des Botschafters –
eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …

„Die Katze des Botschafters –

eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …“

Der alte Botschafter fühlte sich elend, müde und verbraucht. Immer öfter in der letzten Zeit sehnte er sich das Ende seiner Tage herbei. Seine junge Frau, Eva, war ihm dabei auch keine allzu große Hilfe. Obwohl er sie von Herzen liebte und er sich ihrer Liebe absolut gewiss sein konnte. An dieser Tatsache änderten ihre zahlreich vorhandenen jungen Liebhaber nichts.

Auch wenn sich Eva mindestens einmal in der Woche mit einem dieser jungen Herrn auf irgendeinem und höchst unwichtigen Ball in irgendeiner Botschaft in der Hauptstadt vergnügte. Der greise Ehemann war in keiner Weise eifersüchtig. Im Gegenteil, er förderte Evas Leidenschaft nach besten Kräften und er kannte jeden ihrer Liebhaber persönlich. Schließlich waren sie alle Diplomaten – so wie er auch. Er wusste genau, wann eine neuerliche Affäre begann, wann sie ihren Zenit erreichte, wann sie abflaute und wann es für ihn schließlich wieder Zeit war, seiner Gemahlin einen neuen, passenden Verehrer vorzustellen.

Wie immer, saß der alte Botschafter im Rollstuhl an seinem Lieblingsplatz in seinem kleinen Garten hoch über den Klippen des Eilandes. Die einsame kleine und überaus malerische Insel war seine private Residenz. Dieses Refugium hatte er sich beim Kanzler im fernen Berlin ausbedungen, als er die Botschaft vor Jahrzehnten in der Hauptstadt des kleinen Südsee-Archipels übernahm. Nach dem Willen des großen alten Kanzlers in Berlin, sollte dies die letzte Amtshandlung für den greisen Botschafter sein. Doch dieser alte Fuchs kicherte nur leise in die vorgehaltener Hand, wenn er an den mächtigen Kanzler in der Heimat dachte:

Die Katze des Botschafters - eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …
Die Katze des Botschafters –
eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …

„Soll der doch in seinem feudalen Palast hocken“, hüstelte der erfahrene Gesandte in sein Taschentuch aus edlem Damast, „wir werden schon sehen, wer hier wen überlebt“.

Das Atmen fiel dem Botschafter von Tag zu Tag schwerer, die Sehkraft seiner betagten Augen hatte ihn ohnehin schon fast zur Gänze verlassen und das Fortbewegen aus eigener Kraft war ihm schon seit längerer Zeit verleidet. Joseph, sein in Ehren ergrauter Diener, versorgte ihn mit dem Nötigsten und fuhr ihn jeden Morgen oder wann immer sein Herr dies wünschte, im klapprigen Rollstuhl auf die Klippen der Insel in seinen Garten. Treue Begleiterin in all den Jahren, war Eva, die treue und anschmiegsame altägyptische Tempel Katze, eine in höchstem Maße edle wie gleichermaßen, seltene Rassekatze.

Von dort beobachtete der alte Diplomat mit einem gleichermaßen uralten Fernrohr die neumodischen Frachter und Dampfschiffe, die in täglich größer werdender Zahl den Horizont bevölkerten. Und wie immer räkelte sich die Katze wohlig schnurrend im Schoße ihres Herrn, freute sich ganz augenscheinlich ihres Lebens und genoss die zärtlichen Zuwendungen des Botschafters. In all den vielen Jahren hielt Katze Eva ihrem Herrn die Treue. Daran konnten gelegentliche längere Ausflüge des Tieres nichts ändern. Aber immer dann, wenn das schöne Tier nach einem längeren Verschwinden wieder auftauchte, besserte sich auch schlagartig das körperliche Befinden des Botschafters. Deshalb hielt er sie auch nicht zurück, als sie urplötzlich ihr Dösen unterbrach, ihn mit ihren grünen Augen bedeutungsvoll und zugleich wissend anstrahlte, von seinem Schoß sprang und in den Felsklippen verschwand.

Die Katze des Botschafters - eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …
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So intensiv, wie er immer häufiger in sich hineinhörte, so, als wollte er das Kommen des Gevatters Tod ja rechtzeitig bemerken, so hörte er andererseits dem Schlagen der Wellen zu, die in gut einhundertfünfzig Meter Tiefe an den Strand der Insel brandeten. Er genoss das verliebte Spiel der Seemöwen, wie sie in abenteuerlich anmutenden und gewagten fliegerischen Glanzleistungen ihn, seine Residenz, seinen Garten und die ganze Insel umflogen.

Seinen Garten liebte der Botschafter ganz besonders. Er wurde nach seinen Plänen und Zeichnungen genauestens von einheimischen Gärtnern angelegt und gepflegt. Und noch heute, viele Jahre danach, dürfen größere Reparaturen oder Veränderungen irgendwelcher Art nur nach eingehenden Konsultationen mit seiner Exzellenz durchgeführt werden. Doppelzüngig und zweideutig pflegte der Botschafter sich über seinen Garten wie folgt zu äußern:

Die Katze des Botschafters - eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …
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„Auch wenn diese Welt längst nicht mehr ist, werden mein Garten und ich eins sein – der Garten oben, ich unten“. Nicht nur, weil in einem bestimmten kleinen und abgesonderten Teil seine bisherigen Hauskatzen von der seltenen Rasse der altägyptischen Tempelkatzen ihre letzte Ruhestätte fanden, nein auch zwei seiner Ehefrauen sind an diesem idyllischen Platz im Laufe der Jahrzehnte zur ewigen Ruhe gebettet worden.

Gelegentlich kamen in dem alten Mann schauderhafte Gefühle hoch, vor allem, wenn er mit Entsetzen an die kapitalen und wohlbeleibten, aber zu seinem großen Glück frühzeitig dahingeschiedenen allerliebsten Damen seines Herzens dachte. Bei Eva, seiner jetzigen Ehefrau war das natürlich gar anders, denn Eva war ein seltener Glücksfall – ein Juwel. Groß und schlank gewachsen, sehr intelligent, jung, nämlich ganze fünfzig Jahre jünger als ihr Gemahl, und mit sehr dezent vorhandenen weiblichen Rundungen und schulterlangem rötlichem Haar, war sie eine Frau, wie er sie sich immer gewünscht hatte – auch, wenn sie ihm nicht alleine gehörte. Aber was machte das schon. Alleine durch ihre Anwesenheit versüßte sie ihm die Abgeschiedenheit und Einsamkeit auf diesem Außenposten der Weltdiplomatie.

Die Katze des Botschafters - eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …
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Dem alten Herrn taten alle Knochen seines müden und abgeschlagenen Körpers weh und er konnte sich nur noch mühsam im Rollstuhl halten. Tief zog er das Aroma der frischen Luft des Pazifiks in seine Lungen, immer in der Hoffnung, die muntere Brise würde ihm ein wenig von der körperlichen Leistungsfähigkeit vergangener Tage zurückgeben. Auch sehnte er sich sehr nach Evas Umarmungen. Doch es blieb bei der unerfüllten Hoffnung, das baldige Ende schien immer näher zu kommen.

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eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …

Joseph wusste um den verheerenden Zustand seines greisen Herrn und er litt mit ihm, vor allem seit ihm bewusst wurde, in welchem Ausmaß und Umfang der körperliche Verfall des Botschafters fortschritt. So schlurfte er denn eilends, so sehr das eigene Gebrechen es eben zu ließ, herbei und brachte seinem Herrn das ebenso betagte Fernrohr. „Ich danke Dir, Joseph“, murmelte der Greis und legte das Glas auf das eiligst gereichte Stativ um Fernrohr und zitternde Hand einigermaßen zur Ruhe zu bringen. Was der Alte sah, schien ihm tiefe Freude zu bereiten, denn ein unaussprechliches Gefühl des Glückes breitete sich in dem alten und ausgemergelten Körper aus, verjüngte ihn um zehn, zwanzig ja vielleicht sogar dreißig Jahre – der Botschafter erwachte im wahrsten Sinne des Wortes zu neuem Leben.

Die Gestalt des Botschafters richtete sich auf, straffte sich, die unendlich zahlreichen Falten seiner Haut verschwanden und seine blasse Haut bräunte sich. Das strähnige und ungesund wirkende gelbliche wirre Haar wurde silbrig strahlend weiß, und hätte einem altgriechischem Philosophen zur Ehre gereicht. Joseph hatte diese unglaubliche Verwandlung früher schon miterlebt. Und jedes mal litt er mit dem Greis aus dem fernen Europa mit. Und immer wenn dies geschah, gab es nicht nur einen unerklärlichen Todesfall auf dieser einsamen Insel, sondern auch Josephs Körper passte sich dem Leib seines Herrn an. Anfangs machte ihm dies Angst. Doch die vergaß er dann sehr schnell, zumal der Botschafter immer nur erstaunt lachte und neugierig wissen wollte, mit welchem jungen Mädchen denn Joseph die letzten Nächte verbracht hätte. In den vielen Jahren seiner Dienerschaft hatte Joseph gelernt zu schweigen, zu dienen und zu genießen.

Die Katze des Botschafters - eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …
Die Katze des Botschafters –
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Mit der Euphorie des Alten wuchs auch Joseph wieder einmal über sich hinaus und er dachte mit Freuden an die neue kaffeebraune weibliche Schönheit, die seit einigen Tagen für das Frühstück und den Fünf-Uhr-Tee des Gesandten zuständig war. Joseph strahlte über sein ganzes von der heimischen Sonne verwittertes und von den Stürmen des Lebens gezeichnetes Gesicht, als er an die Angebetete dachte: an deren wohlgeformte lange Beine, an die festen Schenkel, an die schmalen Hüften und vor allem an das weiblich ausladende Hinterteil der Verehrten, welches Joseph schon öfter zu dem einen oder anderen kleinen Liebesbeweis verleitete, er aber stets mit dem schnippischen Hinweis abgefertigt wurde, „aber, aber Großvater …“

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Dies würde sich jetzt ändern und dessen war sich Joseph ganz sicher. Das strahlende Lächeln in den stahlblauen und blitzenden Augen seiner Exzellenz gaben ihm recht. Er würde jeden Quadratzentimeter der Haut seiner Angebetenen küssen, die Taille des Mädchens umfassen und sie nicht mehr entgleiten lassen, ganz zu schweigen von den üppigen und sehr weiblichen Brüsten und er stellte sich vor – wie er sein Gesicht in ihnen vergraben würde. Und – um wie viel Jahrzehnte seine eigene Lebensuhr im Schatten der Regeneration seines Herrn dieses Mal zurückgestellt werden würde.

Eine energische Handbewegung des zu neuem Leben erblühten Diplomaten brachte ihn ziemlich unwirsch in die Realität zurück. „Sieh nur Joseph“, rief seine Exzellenz erfreut, „ja, sieh nur ganz genau hin, sie haben sich gefunden und sie lieben sich – endlich ist es soweit“ und mit einer eleganten und überaus schwungvollen Handbewegung reichte er dem Diener das Glas und bedeutete ihm, hindurch zu sehen. Tief zu ihren Füßen, in der traumhaften und wunderschönen Bucht zwischen den Felsklippen vergnügte sich Eva, die Frau des Botschafters mit einem ungewöhnlich gut aussehenden, jungen, groß gewachsenen blonden Mann. „Es ist Ihr erster Sekretär Horvath, Exzellenz“, stieß Joseph überrascht hervor, „Ja, Joseph, ich weiß es schon längere Zeit“, bestätigte ihm dieser und fügte gelassen hinzu:

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„Ich selbst habe ihr den jungen Mann vorgestellt und ich glaube, dass er für unsere Zwecke ganz brauchbar ist“.

Das junge Paar, welches auch aus dieser Entfernung, füreinander geschaffen schien, hatte sich bereits aller Kleidungsstücke entledigt und schwamm so, wie Gott sie erschaffen hatte, wie ein unschuldiges, fröhliches und unbeschwertes, vielleicht sogar etwas kindlich albernes Liebespaar in den Wellen des Pazifiks. Während Evas unkompliziertes und fröhliches Lachen die Felswände empor schlug und sie dem Werben des nackten Jünglings immer bereitwilliger nachgab, gewann der Ehemann vollends an Gewicht und Statur:

„Joseph“, meinte er zu seinem Diener gewandt, „Gott möge mein Zeuge sein und er möge mir verzeihen, aber dieser junge Mann ist unsere Rettung vor dem Herrn der ewigen Finsternis“, sprach und streckte der gleißenden Sonne seine Arme entgegen und dankte seinen Fürsprechern und Gönnern in den unendlichen Weiten des Universums für seine Wiedergeburt. Just in diesem Augenblick vereinigte sich zu seinen Füßen, im goldgelben Sandstrand des Archipels, seine heiß und innig geliebte Eva mit dem sportlich-gestählten Körper des so außerordentlich gutaussehenden blonden Jünglings aus dem fernen Europa. Und als Eva kurz vor dem beiderseitigen erlösenden Höhepunkt die Augen öffnete und nach oben an den Rand der so schier unüberwindbaren Klippen blickte, sah sie ihren Mann. Hoch und aufrechtstehend hatte er dank ihrer Hilfe sein trauriges Ich abgestreift und sich zu einem neuen, bedeutungsvolleren Dasein erhoben.

Die Katze des Botschafters - eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …
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Eva aber gab nicht nur, sie nahm auch – das wertvollste was ihr junger Liebhaber ihr zu geben hatte – und sie nahm es für ihren Mann. Im gleichen Moment, als er sich willenlos in ihren Armen seinem endgültigen Schicksal ergab und sich damit sein Leben erfüllte, schossen aus Evas wunderschönen grüne Augen zwei grelle gleißende weiße Blitze die Felswand empor, ließen den Botschafter wie in einem Gewitter durchdringen und erleuchten, brachten ihn im den schillerndsten Farben dieser Welt zum Glühen und entfernten sich schließlich am Horizont des Himmels genauso schnell, wie sie gekommen waren. Wenig später, wie durch Fügung oder durch die Dramaturgie eines geschickten Zauberers brach über die Klippen des Eilandes tiefe Finsternis herein und es wurde mit einem Schlage tiefste Nacht … …

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Gut gelaunt, aufgeräumt, ja richtig fröhlich und fast schon beschwingt strebte der junge alte Botschafter seinem Schlafgemach entgegen. Selbstverständlich hatte sein getreuer Diener Joseph schon alles für eine geruhsame Nacht vorbereitet eingedenk des obligatorischen Glases warmer Milch, damit er, sein Herr, angenehm wohlig entspannt in das Reich der Träume hinüber schlummern würde – aber diese, wie immer so köstliche Milch seine Exzellenz war sich sicher, würde er in dieser Nacht bestimmt nicht benötigen. So öffnete er demonstrativ mit beiden Händen die mächtige Flügeltür zu seinem Schlafzimmer und ließ sich gefangen nehmen vom Licht, der Wärme, von Freundschaft und Liebe:

Es empfing ihn ein Strahlenkranz aus goldfarbenen Lichtkegeln, die ihn, den Raum und das Bett umfingen, so, als sollten er und der gesamte Raum Teil ihrer gewaltigen Ausstrahlungskraft werden. Und dann sah er seinen Liebling, die Katze. Behaglich schnurrend räkelte sich die wunderschöne altägyptische Tempelkatze auf den edlen Laken, ihre Augen leuchteten gleich riesigen Phosphorsteinen und auf ihrer Iris spiegelten sich kleine, weiße Blitze. „Eva, mein kleiner Liebling“, flüsterte der Botschafter glücklich, kniete an der Bettstatt nieder und liebkoste überaus zärtlich das edle Tier. Nach einer Weile des liebevollen Miteinanders bemerkte der Gesandte Blutspuren an den Krallen des Tieres und als er fragend und gleichzeitig betroffen der Katze in die Augen sah, spiegelte sich in ihnen seine eigene Vergangenheit wieder. Wenig später, als sich der Diplomat zur Ruhe begab, schmiegte sich die Katze in seine Arme und sah ihn aus großen, grünen Augen liebevoll an … …

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Das Gewitter kam nicht überraschend, in seiner Art hatte er es erhofft und sehnsüchtig herbei gewünscht, schließlich brachte es ihm die Erlösung von seinen Leiden, gab ihm Hoffnung und Zuversicht zurück. Es würde ihn erneuern und ihm eine neue Lebenschance geben. Doch dieses Gewitter war in seiner Heftigkeit und Intensität lauter und bedrohender, als alle anderen zuvor. Angst überkam den Botschafter und ließ ihn beunruhigt hochschrecken.

Im gleichen Atemzug sprang die Türe zu seinem Schlafgemach mit einem lauten Knall auf und eine ganz in Weiß gekleidete Gestalt betrat den Raum, umgeben von einem leuchtenden Strahlenkranz übernatürlichen weißen, ja fast gleißenden Lichtes. „Eva“, stammelte der Botschafter, erschreckt, beglückt und überrascht zugleich. „Wie schön meine Geliebte, dass Du endlich da bist“. Eva blieb stumm. Sie schwebte mehr als sie ging und blieb am Bett an seiner Seite stehen. Mit einer kaum merkbaren Bewegung ihrer Schulter ließ sie ihr Gewand zu Boden gleiten und zeigte sich ihrem Gemahl in ihrer ganzen und wundervollen Schönheit – genauso, wie sie ihr Schöpfer geschaffen hatte.

Er empfing sie mit offenen Armen und sie verschloss ihm mit einem langen und zärtlichen Kuss den fragenden Mund. Und je mehr und je tiefer er in ihren Körper eindrang, desto mehr ergriffen die Lebensgeister des jungen und viel zu früh verblichenen ersten Sekretärs von seinem Körper Besitz. Und sie liebten sich die ganze lange Nacht … …

Am nächsten Morgen, kurz nach dem Frühstück, schickte der Gesandte nach seinem Diener, um ein persönliches Telegramm an seinen Vorgesetzten, den Kanzler zu schicken. Als der Diener eintrat, sah er seinen Herrn an einem der großen Fenster stehen und bemerkte, wie dieser nahezu unbeweglich auf die riesigen Weiten des Pazifiks hinaus starrte. „Joseph“, meinte er zu seinem Diener, „sorgen Sie bitte dafür, dass dieses Telegramm seine Exzellenz, den Kanzler, auf aller schnellstem Wege erreicht. Berlin soll die Angehörigen des so unglücklich ums Leben gekommenen Sekretärs Horvath benachrichtigen. Es ist eine Tragödie“.

Die Katze des Botschafters - eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …
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„Ja, Herr Botschafter“, meinte auch der Diener mitfühlend, „es ist eine Tragödie. Diese Badeunfälle sind auch wirklich sehr schrecklich. Jetzt haben wir schon den dritten Todesfall in Ihrer Amtszeit zu beklagen“. Und im Umdrehen bemerkte er noch, dass der Botschafter seine Katze auf dem Arm hielt. „Oh“, rief der Diener erfreut, „Eva ist ja auch wieder hier“. „Ja, Joseph“, erwiderte der Diplomat erfreut, „Eva ist zwar eine große Herumtreiberin, aber sie kommt zum Glück immer wieder zurück. „Ja, es ist wirklich ein Glück“, meinte auch der Diener und entfernte sich, um das Telegramm aufzugeben. Und die Katze schnurrte auf das Behaglichste, räkelte sich in den Armen ihres Herrn, liebkoste ihm die Hände und streichelte zärtlich mit ihrem Köpfchen seine Wangen. Ihre Augen strahlten ihn an. Es waren wunderbare grüne Augen.

Der Botschafter wandte sich vom Fenster ab und wieder seinem Schreibtisch zu. Er lächelte und wirkte überaus glücklich, sehr erholt und in seinem Wesen ausgeglichen und gefestigt. Es war wie ein Wunder – aus dem greisen, dem Verfall preisgegebenen Diplomaten war ein frischer und jugendlich wirkender stattlicher Mitfünfziger geworden. Der Blick des Botschafters richtete sich auf die Wand gegenüber:

Dort hing ein Bild von Eva, seiner geliebten Ehefrau. Es war ein Aktbildnis und es zeigte Eva mit der Katze. Der Botschafter liebte dieses Gemälde, er konnte, wenn es sein musste, Stunden davor verbringen. Nicht nur, weil es seine Frau unbekleidet in voller Lebensgröße zeigte, und weil die Katze, die Eva in den Armen hielt, nur sehr unvollständig ihren wundervollen und sehr weiblichen Oberkörper bedeckte, nein, es waren die Augenpaare der Dargestellten die ihn, den Botschafter so ungeheuer faszinierten:

Die Katze des Botschafters - eine erotische Erzählung von Gerhard-Stefan Neumann …
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Immer, wenn der Botschafter und die Katze einsam waren, dann nahm sich der Diplomat einen Stuhl und betrachtete, immer mit der Katze im Arm, das Bildnis seiner Frau. Und es dauerte dann meistens nicht sehr lange bis die beiden so geliebten Augenpaare auf dem Gemälde erglühten und kleine weiße Blitze auf den Mann mit der Katze im Arm hernieder prasseln ließen.

Im fernen Berlin stand der Kanzler in gebückter Haltung und die Hände auf dem Rücken gekreuzt auf dem Balkon seines Amtssitzes und betrachtete sehr nachdenklich das aufgeregte Treiben der angehenden Millionenstadt. Auch er war seines Amtes müde und fühlte sich den vor ihm liegenden Aufgaben so gar nicht mehr gewachsen. Und da war auch zu allem Unglück noch Hermine. Hermine war seine Ehefrau, ein Mitbringsel aus seiner Zeit als Geschäftsträger am österreichischen Hofe in Wien. Doch das war sehr lange her und Hermine hatte heute mit dem verwöhnten, lustigen und lebensfrohen k. u. k. – Prinzessin von damals etwa noch soviel gemeinsam, wie ein alter Segelschoner mit der riesigen MS Imperator, die in diesen Tagen von Hamburg aus zu ihrer Jungfernfahrt nach New York aufbrechen sollte.

Außerdem war Hermine nicht gerade ein Musterbeispiel von treuer Ehefrau. Doch das hätte den greisen Kanzler wenig gestört, wenn nicht ausgerechnet der zur Zeit aktuelle Liebhaber ein mehr oder weniger nichtssagender Lebemann und Schauspieler gewesen wäre. „Wenn sie sich wenigstens einen Regierungsrat oder Obersten ausgesucht hätte – nein, ein Theaterheld muss es sein“, murrte der alte Kanzler mürrisch in seinen in allen Ehren ergrauten Bart.

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Auf seinem riesigen Schreibtisch lag noch immer das Telegramm seines Freundes, des Botschafters. Und ein Gedanke beschäftigte ihn schon die ganze Zeit, ließ ihn nicht mehr los und spukte ihm unaufhörlich im Kopf herum:

Er könnte doch die Heimat seiner Vorfahren besuchen, ein Leben ohne Hermine führen, einfach demissionieren, noch einmal jung sein, die Inseln der Südsee besuchen, und das fast noch jungfräuliche zwanzigste Jahrhundert in vollen Zügen genießen – im guten wie im schlechten und .. und …

Der Kanzler stand vor dem Bild seines Ur-Großvaters, dem Gründer der Familien-Dynastie und beide Männer sahen sich an. Nachdenklich, fragend, suchend und lebend der eine, der Kanzler – erfahren und wissend um die Probleme des Ur-Enkels, der andere, der Gemalte, der Ur-Großvater. Im Arm hielt der Gemalte eine besonders edle und schöne Katze – eine altägyptische Tempelkatze. Katzen dieser besonderen Rasse wurden schon seit Ur-Zeiten in der Dynastie gehalten und von den Familienangehörigen sehr verehrt.

Auch der Kanzler liebte diese wunderschönen Tiere und wann immer es ging, betrachtete er das Gemälde und ließ sich von dem Blick der darauf abgebildeten Tempelkatze gefangen nehmen. Nach einer Weile des innigen Betrachtens vermischten sich Zeit und Raum, spielten Gegenwart und Zukunft absolut keine Rolle mehr, vermischten sich die Bausteine des Lebens des hier und jetzt mit völlig neuen und unbekannten Werten einer so gänzlich anderen Welt.

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Als der Adjutant des Kanzlers dessen Arbeitszimmer betrat, blieb ihm vor Schreck fast das Herz stehen. Der ganze riesige Raum war von einer sanften, milden Meeresbrise erfüllt und von ganz weit entfernt glaubte der Offizier Musik zu hören:

Die sanften Melodien der Südsee – sowie die Brandung des Pazifiks und das Wiegen der Palmen. Vom Kanzler fehlte aber jede Spur. Auf dessen Schreibtisch fand er lediglich dessen Demissionsschreiben und sonst nichts. Kein Hinweis, keine Nachricht. Als der Adjutant sich im Raum umsah, hätte ihn fast der Schlag getroffen:

Dort, wo sonst immer das Bildnis des Ur-Großvaters hing, blickte ihm nun der Kanzler entgegen und im Arm hielt er eine Katze mit leuchtend grünen Augen. Und als der Offizier das Bild leicht berührte, stellte er zu seinem unsagbaren Entsetzen fest, dass die Farbe des Gemäldes noch nicht ganz trocken war … …

Autorenvermerk:

Gerhard-Stefan Neumann

Freier Journalist + Werbetexter (GdbR)

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Copyright und alle Rechte ausschließlich beim Autor.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur gegen Beleg und Honorar „und nur nach vorheriger Genehmigung gestattet.“



Man(n) und Frau zeigen wieder Mut zum Hut – von Gerhard-Stefan Neumann …

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„Der Teufel hole meinen Ruf!

Ein Einkommen brauche ich!

Eine Arbeit brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure Automobile und eure Landhäuser sehe.“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

P R O L O G

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Nach langen Jahren der Stagnation sehen die deutschen Hutproduzenten wieder Wachstumschancen.

… seine Geschichte ist fast schon so alt wie die gesamte zivilisierte Menschheit. Immerhin war es ein ziemlich weiter Weg von den ägyptischen Königstüchern, den ersten zaghaften Kopfputzkreationen des Mittelalters bis hin zu den unausstehlich unmodischen Baseball Caps unserer Tage.

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Bis kurz nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, also bis in die frühen Fünfziger, feierte die klassische Kopfbedeckung mit Namen Hut ihre größten Erfolge. Kaum eine Dame, die auf sich etwas hielt, ging in jenen aufregenden Tagen des deutschen Wirtschaftswunders „oben ohne“ aus dem Haus,

Heute befindet sich die deutsche Hutindustrie wieder in einem leichten Aufwind, Fachleute sprechen sogar schon wieder von einer Renaissance des modischen Kleidungsstückes Hut – sicherlich auch deshalb, weil gerade junge Frauen wieder „oben mit“ gehen – und dies ausgerechnet mit dem klassischen Herren-Hut.

Vielleicht liegt es aber auch gerade daran, dass die deutschen Hut-Hersteller dem Standort Deutschland und seinen jungen motivierten Designern die Treue gehalten haben.

Selbstverständlich dürfen Sie Text und Fotos auch im Rahmen einer Anzeigen-Strecke verwenden. Die Fotos können Sie über mein Büro erhalten. Bitte rufen Sie uns einfach an.

E D I T O R I A L

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Nürnberg. (gsn) – Sie sind jung, attraktiv, oft genug hinreißend schön, unabhängig und selbstbewusst. Mit den berühmten drei „K’s“ (Kinder, Kirche, Küche) haben sie nun wirklich nichts mehr am Hut. Sicher sind Männer – ein fester und durchaus erwünschter Bestandteil ihres Lebens – aber ein absolutes Muss „muss“ es eben nicht mehr sein. Ihre Zukunft meistern sie mit Charme und Intellektualität, einer guten Portion Selbstsicherheit und Durchsetzungsfähigkeit. Zur Not wird auch schon mal der Ellbogen eingesetzt – hin und wieder auch alle beide. Das zumindest haben sie von ihren männlichen Kollegen in den langen Jahren der Emanzipation gelernt.

Die Rede ist von den modernen Karrierefrauen dieser Tage.

Sie arbeiten als Mannequins und Models, sind in den zahlreichen Talkshows des öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehens als Moderatorinnen präsent und sind aus Redaktionsstuben von Print- und Werbemedien nicht mehr wegzudenken. Einige von ihnen kann man durchaus zur „Meinungsmacher-Elite“ dieses Landes zählen. Was die neidische und erstaunte Männerwelt Mitte der Achtziger vielleicht noch mehr oder weniger abfällig und neidisch als „Karriere scharfe Weiber“ abtat – ist ein heute fester – und durchaus liebenswürdiger Bestandteil – unseres Lebens.

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Auf den Punkt gebracht heißt dies:

Die modernen jungen Frauen dieser Tage sind auf den Marsch durch die Institutionen – sie wollen an die Macht. Und dies kompromisslos.

Ebenso kompromisslos sind sie in Sachen Mode. Erlaubt ist was gefällt. Für die Einen sind die großen Designer-Namen aus Paris, Mailand, München und New York das absolute Nonplusultra – für die anderen eben nur Schall und Rauch. Bei den modernen jungen Frauen dieser Tage ist, im Gegensatz zur Politik, die neue Sachlichkeit schon längst eingezogen:

Auf Schnickschnack und Schnörkel kann getrost verzichtet werden, die jungen Frauen von heute wollen die Mode, die zu ihnen passt – sachlich, elegant, tragbar und figurbetont – die „neue Zeit“ eben. Gefragt sind gute Stoffe, edle Materialien und gute Verarbeitung. Und – Hersteller aufgepasst – es darf auch wieder etwas kosten. Dafür verzichten die jungen Ladies eben auf Quantität, allerdings sollten die edlen Stücke untereinander kombinierbar sein.

Auch hier machte eine Frau Furore und räumte ihren Geschlechtsgenossinnen zumindest in Sache Mode einige Steine aus dem Weg:

Die Hamburger Mode-Göttin Jill Sander.

Einst selbst Mitglied der schreibenden Zunft erkannte sie frühzeitig genug den Trend der Zeit und mit Glück, Ausdauer und dem richtigen „Händchen“ eroberte sie sich schon in relativ jungen Jahren ihren Platz im Olymp der Modezaren.

Fürs kleine Schwarze, mit tiefem Dekolletee, überhaupt die übertriebene feminine Linie ist im aufregenden zehn- oder Zwölfstunden Arbeitstag der Ladies ohnehin kein Platz mehr. Dies gilt erst recht fürs Leben zu Zweit:

Arbeitsteilung ist angesagt.

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Und die großen Couturiers unserer Tage tragen dieser Entwicklung Rechnung:

Sie haben sie alle im Programm und sie können es kaum erwarten, ihre Klamotten, Verzeihung Kreationen, an die Frau zu bringen:

Die eleganten und figurbetonten Kostüme, die ihrer Trägerin fast wie eine zweite Haut anliegen und manch männlichem Gesprächspartner den Kopf verdrehen werden. Ganz zu schweigen von den betont „männlich-markant“ lässigen Hosenanzügen, die noch vor kurzer Zeit auf den Pariser Modeschauen für Furore sorgten – (Marlene Dietrich und Hildegard Knef in ihren jungen Jahren lassen grüßen) – und die dann manchmal zur erstaunten Frage Anlass geben werden, ist „Sie“ nun eine „Sie“ oder vielleicht ein doch besonders hübscher und gutaussehender „ER“?

Vor allem dann, wenn nun wirklich „ER“ ins Spiel kommt – nein nicht als charmantes und verführerisches männliches Wesen – als „Kopfbedeckung“, als „Hut“. Denn „oben ohne“ geht die moderne und aufgeschlossene Karrierefrau des Jahres 2017 nun wirklich nicht mehr.

Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob die dabei getragenen Kreationen so gewagt sind wie die des britischen Hochadels. Obwohl, wir Deutsche können dabei auch ganz gut mithalten -denken wir zum Beispiel nur an die prachtvollen Exemplare, welche die ehemalige schleswig-holsteinische Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis so ab und an dem neugierigen Blick einer interessierten Öffentlichkeit preisgibt.

Man(n) und Frau zeigen wieder Mut zum Hut – von Gerhard-Stefan Neumann ...
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Die selbstbewusste Frau von heute trägt eben wieder Hut. Und warum sollte letzterer nicht aus „seiner“ Kollektion stammen? Erlaubt ist, was gefällt und auffällt. Mal ehrlich meine Herren, waren Sie auch nicht hin und her gerissen von der rassigen Stephanie Zimbalist in der TV-Reihe „Remington Steele“ an der Seite des späteren James-Bond-Darstellers Pierce Brosnan? Die Tochter des weltbekannten US-Schauspielers Ephraim Zimbalist Jr. spielte darin überaus erfolgreich eine charmante, aber mit allen Wassern gewaschene Privatdetektivin. Unvergessen sind bis heute ihre Auftritte mit Sonnenbrille, Trenchcoat und Uralt-Schlapphut – natürlich absolut cool und lässig über die Stirn gezogen.

Also, sehr verehrte Damen – zeigen Sie Mut und tragen Sie wieder Hut.

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Allen Vätern, die mit einer heranwachsenden Tochter „gesegnet“ sind, sei es schon jetzt ins „Mode-Stammbuch“ geschrieben – vernagelt die Kleiderschränke und bringt Sakkos, Hemden, Krawatten und Hüte in Sicherheit – zumindest die besseren Stücke. Denn genau diese wird sich mit absoluter Sicherheit Ihr herzallerliebstes Töchterlein unter die lackierten Fingernägel reißen – und sie werden neidlos und völlig baff feststellen, dass diese Ihrem Sprössling besser stehen – als umgekehrt.

Dass die Sache mit dem Hut im wahrsten Sinne des Wortes kein alter Hut ist, beweisen – man könnte auch ironisch sagen, wieder einmal – die alten Ägypter. In der äußerst grauen Vorzeit, also etwa im Zeitraum von 75O – 2800 vor Christus, waren Hüte oder besser ausgedrückt „Kopfbedeckungen“ ausschließlich den hohen Herrschern, Priestern oder gar nur den Göttern vorbehalten. Das königliche Kopftuch, genannt „Nemes“ stammt aus der Zeit von etwa 1330 vor Christus und ist im Ägyptischen Museum in Kairo zu bewundern. Getragen hat es der legendäre Tutanchamun aus Theben.

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Im späten Mittelalter, also um 16OO, trug der europäische Mann das Barett, welches je nach Region, Landesteil und Stand seines Trägers unterschiedlich gestaltet war. Die Herzdamen dieser Herren mussten sich dagegen mit schlichten Hauben begnügen. In England dominierte die sogenannte „Tudor-Haube“, während die Ladies in Frankreich und Italien schon eine Spur „revolutionärer“ waren:

Sie trugen ihre Haarpracht schon um 1500 offen und lediglich mit Bändern und Perlen verziert.

Im späten achtzehnten Jahrhundert durften dann auch die Damen hierzulande etwas „freier“ und vor allem „mutiger“ werden:

Von unserem Nachbarn Frankreich – woher auch sonst ist man versucht zu sagen – kamen die sogenannten „Watteau-Hüte“ herüber, flache Scheiben, die am Vorderkopf saßen. Und auch die englischen Ladies ließen sich nicht lange bitten:

Von der Insel schwappte der legendäre „Gainsborough-Hut“ herüber, eine breitkrempige Kreation aus Samt oder Taft und je nach dem Geldbeutel ihrer Trägerin mehr oder weniger aufwendig gearbeitet.

Ohne Hut ging der Mann der Welt zu Beginn unseres Jahrhunderts grundsätzlich nicht aus dem Haus. Der Filzhut feierte seine Triumphe. Bowler, Derby und Homburg werden vor allem den etwas „reiferen“ Damen und Herren unter unserer Leserschaft etwas sagen.

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Bei den Damen waren die Hüte mit asymmetrisch aufgebogener Krempe en vogue. Es waren phantasievoll aufgeputzte Kreationen, die so manchen männlichen Verehrer an den Rand der puren Verzweiflung gebracht haben mögen – vor allem beim Versuch, die Herzallerliebste zu küssen. Immerhin waren diese extraordinären Werke der legendären Hutmacher dieser Zeit allesamt mit Schleier versehen …

Die „Goldenen Zwanziger“ dürfen wir keinesfalls übergehen, denn, so manch „reifer“ und schon erwähnter männlicher Leser würde glänzende Augen bekommen. Nur soviel:

Es war die Hoch-Zeit der deutschen und europäischen Hut-Mode. Topfhüte, aus Filz, Stroh und Velours bestimmten das Hut – Erscheinungsbild dieser aufregenden Jahre. Tief in die Stirn gezogen, ein Auge kess und verwegen halb be- und verdeckend, vielleicht steckte das liebreizende weibliche Wesen sogar noch in einem Hosenanzug a la Marlene Dietrich, den Mantelkragen lässig hochgeschlagen, als Krönung der Verruchtheit vielleicht noch eine ultra-lange Zigarettenspitze im grellrot geschminkten Mund – „Frau“ oder „Mann“ – wen hat dies in diesen wilden Zeiten des europäischen Aufbruchs schon interessiert?

Eine Katastrophe hatten die Protagonisten der „Golden Twenties“ schon hinter sich, von den neuen und dunklen Wolken, die am Firmament heraufzogen, wollten und konnten sie vielleicht auch noch nichts wissen.

Für kurze Zeit nach dem großen und entsetzlichen Crash, der Europa und die halbe Welt in Schutt und Asche legte, konnte sich der Hut noch einmal behaupten:

Für unsere Mütter und Großmütter war der Hut schlichtweg Pflicht. Die Dame der „Fünfziger“ ging einfach „oben ohne“ nicht aus dem trauten Haus. Selbst im Kino, in Gesellschaft und im Theater wurde der Kopfputz aufbehalten.

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Im Zuge der großen „68-er Revolution“ war es dann mit dem Hut fürs erste vorbei und dies gilt ausnahmslos für beide Geschlechter. Neben Jeans und Turnschuhen machten nun die Arafat-Kopftücher Furore. Wie sich doch die Zeiten ändern:

Heute zählt der vor einigen Jahren verstorbene Yassir Arafat zu den Gründungsvätern des über viele Jahre so herbeigesehnten Palästinenser-Staates. Er hinterließ eine Ehefrau und eine inzwischen erwachsenen Tochter. Vielleicht erfährt diese junge Dame gelegentlich auch etwas von der „Mode-Karriere“ ihres berühmten Vaters. Und vielleicht wird sie dann ihrerseits mit einer revolutionären Mode-Idee den berühmten Vater noch übertreffen …?

Den Hut wird es jedenfalls immer geben. Vielleicht in einer anderen Mode-Form, was eigentlich auch so gut wie sicher ist – denn wir alle unterliegen der einen oder anderen „Mode“ – und dies ist auch gut so. Denn wo kämen wir schließlich hin, wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten.

Es wäre ja (mit uns Deutschen) nun wirklich nicht auszuhalten.


Autorenvermerk:

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Richtiges Zähneputzen will gelernt sein – von Gerhard-Stefan Neumann …

„Der Teufel hole meinen Ruf!

Ein Einkommen brauche ich!

Eine Arbeit brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure schönen Frauen, eure edlen Automobile und eure teuren Landhäuser sehe …“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

E D I T O R I A L

Richtiges Zähneputzen will gelernt sein – von Gerhard-Stefan Neumann …

Schon Kleinkinder sollten in der Kunst des richtigen Zähneputzen unterwiesen und zur regelmäßigen Zahnpflege ermuntert werden. Richtige Motivation hilft dabei.

Nürnberg. (gsn) – Ist die Bundesrepublik Deutschland ein Entwicklungsland? Zählt dieses immer noch große und mächtige Land mitten im Herzen von Europa zur dritten Welt? Billigt man uns bestenfalls den Status eines Schwellenlandes zu? Oder werden eines Tages vielleicht sogar Entwicklungshelfer bei uns arbeiten? Eine irreale, überzogene Vorstellung? Sicherlich, doch lassen wir den provokativen Spaß einmal beiseite:

In Sachen Mundhygiene und Zahnpflege besteht hierzulande mittlerweile ein unübersehbarer Handlungsbedarf, der letzten Endes die Kosten für die Behandlung der Zahn- und Zahnbetterkrankungen in schier unermessliche Höhen treibt. Also doch Entwicklungsland?

Tatsache ist leider, dass nur jeder fünfte Bundesbürger einmal im Jahr seinen Zahnarzt zum jährlichen Check aufsucht, jeder Zweite erst dann, wenn es weh tut. Von den rund achtzig Millionen Deutschen putzen sich nur etwa acht Millionen, also jeder Zehnte zweimal am Tag die Zähne, jeder Dritte immerhin noch einmal täglich, dagegen jeder Zweite selten oder gar nie. Doch damit nicht genug:

Über neunzig Prozent aller Bundesbürger sind an Karies erkrankt, über achtzig Prozent an Parodontose. Warum? Weil sich die sonst auf peinliche Sauberkeit bedachten deutschen Saubermänner (und natürlich auch Sauber Frauen) einfach nicht, selten oder gar nie die „Beißerchen“ putzen. Die im Mund zurückbleibenden Speisereste bilden nach relativ kurzer Zeit einen Zahnbelag – die allseits gefürchtete Plaque. Gerade dieser Zahnbelag ist der ideale Brutherd für aggressive Bakterien und damit Hauptursache für Karies und Parodontose.

Die Botschaft der Stunde kann also nur lauten:

putzen, putzen und noch einmal putzen.

Wie? Davon später.

Im Vergleich der internationalen Staatengemeinschaft liegen die Deutschen mit ihren Kosten für zahnärztliche Behandlung und Zahnersatz weit vorne – mit den Aufwendungen für ihre Krankenversicherung natürlich auch.

Was also ist zu tun? Was kann getan werden um diese verhängnisvolle Spirale von der Erkrankung und ihrer Finanzierung zu durchbrechen?

Die deutschen Krankenkassen (AOK und Ersatzkassen) setzen dort an, wo alle erfolgversprechenden Bemühungen beginnen sollten: nämlich bei den Kindern. Gerade bei unseren Jüngsten ist noch am ehesten gegenzusteuern – einerseits durch vitaminreiche Ernährung und andererseits durch die tägliche Zahnpflege.

In diesem Zusammenhang sollten die Eltern ihre Sprösslinge auf den unvermeidlich ersten Besuch beim Zahnarzt vorbereiten. Wenig sinnvoll ist es, die eigene Angst und das Unbehagen auf die Kinder zu übertragen – „Vertrauensbildende Maßnahmen“ sind da schon geeigneter: zum Beispiel einfach das Kind einmal bei einem elterlichen Zahnarztbesuch mitzunehmen, um ihm so die Angst vor der ungewohnten Umgebung zu nehmen.

Richtiges Zähneputzen will gelernt sein - von Gerhard-Stefan Neumann ...
Richtiges Zähneputzen will gelernt sein – von Gerhard-Stefan Neumann …

Beginnen wir mit der Ernährung: Die wichtigsten Stoffe für Gebiss und Zähne sind Mineralien, Vitamine und Spurenelemente. Milch, Milchprodukte, Gemüse, Obst und hochwertige Getreideprodukte enthalten diese Stoffe. Für die Ernährung Ihres Kindes sind sie unentbehrlich. Pflanzliches und tierisches Eiweiß muss in ausreichendem Maße aufgenommen werden. Absoluter Hauptfeind der Zähne Ihres Kindes ist der zwischen den Mahlzeiten verzehrte Zucker in seinen verschiedensten Formen. Der Genuss von Süßigkeiten unmittelbar vor dem Schlafengehen, noch dazu nach dem abendlichen Zähneputzen, sollte im wahrsten Sinne des Wortes in das Reich der Träume verbannt werden.

Übrigens:

Kein Kind kostet seiner Mama einen Zahn. Als werdende Mutter können Sie diesen Spruch getrost vergessen. Ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat sollten Sie lediglich und dies nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein Kalzium-Phosphor Präparat einnehmen, weil zu diesem Zeitpunkt der Kalziumbedarf des Ungeborenen für die Skelett-, Zahn- und Kieferbildung erheblich ansteigt. Naturgemäß kommt diese Kalziumeinnahme in erster Linie der Mutter zugute, denn der werdende Sprössling holt sich alles, was er braucht, von der Mutter. Dies gilt natürlich auch für die Einnahme von Fluorid-Tabletten.

Richtiges Zähneputzen will gelernt sein - von Gerhard-Stefan Neumann ...
Richtiges Zähneputzen will gelernt sein – von Gerhard-Stefan Neumann …

Fluoride sollten im Leben Ihres Kindes eine große Rolle spielen. Fluoride gehören nicht nur zu den körpereigenen Stoffen, sie sorgen auch für eine normale Entwicklung des Knochengerüstes und machen den Zahnschmelz widerstandsfähig gegen die Säureangriffe der Bakterien.

Für einen ausreichenden Kariesschutz reicht die tägliche Einnahme von Fluoriden durch Nahrung und Trinkwasser allerdings nicht aus. Sie sollten daher zusätzlich fluorhaltige Zahnpasten, Gelees, Spüllösungen oder Tabletten verwenden

Übrigens:

Für Kinder hält der Fachhandel spezielle fluoridierte Zahnpasten und Gels bereit: Einerseits kommen diese Produkte dem Geschmacksempfinden der Kinder besonders entgegen und andererseits ist die Fluorkonzentration in diesen Kinder – Zahncremes erheblich reduziert, so daß das allseits beliebte Verschlucken dieser Pasten absolut keine Gefahr für die Kleinen darstellt. Der Wohlgeschmack dieser Pasten wird selbstverständlich durch besondere Aromastoffe und ohne jegliche Beigabe von Zucker erzielt.

Alle noch so wertvollen Vorbeugungsmaßnahmen verlaufen oft wirkungslos im sprichwörtlichen Sande, wenn der wichtigste Faktor vergessen wird:

der Zahnarzt!

Bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen können nicht nur Schäden am Zahnbett diagnostiziert und behandelt – und gerade bei Kindern – eine wirksame Kariesprophylaxe betrieben werden. An dieser Stelle soll auch die Früherkennung von Parodontitis nicht vergessen werden.

Sobald die ersten Zähnchen bei Ihrem Kind durchgebrochen sind, ist der Zeitpunkt für eine gewissenhafte und sorgfältige Zahnpflege gekommen. Und, auch wenn es die Eltern nicht mehr hören können, wollen oder mögen:

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

Beim Kleinkind sollten Sie nach jeder Mahlzeit die Zähnchen des Kindes mit einem feuchten Lappen reinigen. Nach etwa achtzehn Monaten können Sie dann eine extra weiche Babyzahnbürste verwenden. Und denken Sie daran: Mindestens 1 mal am Tag – möglichst vor dem Zubettgehen – muss gründlich aller Zahnbelag von den Zähnen entfernt werden, besonders aber nach dem Genuss von süßen Speisen. Selbstverständlich sollte jedes Kind eine eigene Zahnbürste besitzen und diese auch alleine benutzen. Spätestens dann, wenn die Borsten anfangen sich zu verbiegen, ist die Zeit für eine neue Zahnbürste gekommen. Regelmäßig benutzte Zahnbürsten sollten alle zwei, spätestens aber nach vier Monaten ausgetauscht werden. Letzten Endes ist dies ein Gebot der Hygiene.

Kurz vor der Vollendung des vierten Lebensjahres ist für Ihren Sprössling Zeit für seinen ersten Besuch in einer zahnärztlichen Praxis. Und nicht erst, wenn die ersten Zahnschmerzen bereits aufgetreten sind.

Der Zahnarzt kann so der Entstehung von Zahnschäden vorbeugen und mögliche Probleme frühzeitig erkennen. Beim Kind entstehen so keine unnötige Ängste und Sie als Eltern haben die Gewissheit, daß mit den Zähnen Ihres Kindes alles in Ordnung ist.

Mehr oder weniger wissen wir es alle:

nur ein sauberer Zahn bleibt gesund. Aber leider sind die sonst auf Sauberkeit so bedachten Deutschen extrem putzfaul, wenn es sich um ihre kostbaren eigenen Zähne handelt. Die horrenden Kosten für Zahnbehandlung und Zahnersatz sprechen eine deutliche Sprache. Doch wer hört den Rufer in der Wüste?

Die wirksame Waffe gegen „bakterielle Invasion“ – darüber sind sich alle Fachleute einig – ist putzen, putzen und noch einmal putzen. Aber – wann und wie?

Schon unsere Kinder sollten in der Kunst des richtigen Zähneputzens unterwiesen und zur regelmäßigen Zahnpflege angeleitet werden. Und, es sollte mit der verhängnisvollen Meinung Schluss gemacht werden, dass die Milchzähne nicht soviel Pflege bräuchten, weil sie ja sowieso in absehbarer Zeit ausfallen würden.

Dies kann nach den heutigen Erkenntnissen der Zahnmedizin so nicht mehr stehenbleiben. Schadhafte Milchzähne können durchaus schlimme Schäden anrichten, wenn sie zum Beispiel vorzeitig ausfallen und so nicht mehr als Platzhalter für die nachrückenden Zähne dienen können. Gebißfehlstellungen sind die Folge.

Putzen Sie Ihre Zähne am besten nach jeder Mahlzeit, aber mindestens zweimal täglich.

Putzen Sie immer senkrecht vom Zahnhals in Richtung Zahnkrone, also von Rot nach Weiß. Mit halb rotierenden Bewegungen wird Zahn um Zahn auf der Innen- und Außenseite sorgfältig gereinigt.

Verwenden Sie immer eine medizinische Zahnpasta. Die darin enthaltenen arzneilichen Wirkstoffe machen die Zähne widerstandsfähiger.

Die ideale Zahnbürste besitzt Kunststoff-Borsten und hat einen kurzen Kopf. Der Griff sollte abgewinkelt sein.

Die Verwendung einer elektrischen Zahnbürste hat auch ihren Vorteil: sie führt die Putzbewegungen automatisch richtig aus und massiert durch die Vibrationen gleichzeitig das Zahnfleisch.

Handelsübliche elektrische Mundduschen entfernen hartnäckige Speisereste in den Zahnzwischenräumen.

Zahnseide, Zahnhölzchen und Zahnzwischenraumbürste sind zusätzliche Pflegemittel für die „Fortgeschrittenen-Zahnpflege“.

Zum Abschluss der täglichen Mundpflege sollte stets ergänzend mit medizinischem Mundwasser gespült und gespült werden. Das erhöht nicht nur den Reinigungseffekt und gibt frischem Atem, es desinfiziert zugleich und wirkt dadurch vorbeugend gegen Erkältungen und Entzündungen.

Beginnen Sie möglichst früh mit der Vorbeugung gegen Zahn- und Zahnfleischerkrankungen.

Gesunde Ernährung und gesunde Lebensweise halten Zähne und Zahnfleisch gesund.

Gehen Sie unbedingt zweimal im Jahr zu Ihrem Zahnarzt.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Milchzähnen und warum gerade deren Pflege so eminent wichtig ist.

Leider wird immer noch und völlig zu unrecht angenommen, dass die besondere Pflege der Milchzähne nicht so wichtig sei, da diese ja nur wenige Jahre von Bedeutung seien. Und dies ist ein tragischer und folgenschwerer Irrtum. Die vorzeitige Zerstörung der Milchzähne führt letztendlich zu einer gestörten Funktion des gesamten Kauorgans und damit zur Störung der ganzen Entwicklung. Außerdem sind die Milchzähne die Platzhalter für die bleibenden Zähne. Karies, verursacht durch übermäßigen Zuckerkonsum und mangelnde Zahnpflege, kann zur vorzeitigem Zahnverlust führen. Dieser Verlust führt zu Engstand und Fehlstellungen der bleibenden Zähne.

Gesunde, schöne Zähne sind nicht nur die besten, sondern sie sind auch eine unabdingbare Voraussetzung für ein gepflegtes Aussehen.

Gerhard-Stefan Neumann

Freier Journalist + Werbetexter (GdbR)

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Die Madonna von Stalingrad: Hoffnung und Mahnung von Gerhard-Stefan Neumann …

Gerhard-Stefan Neumann Media TV Blog
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„Der Teufel hole meinen Ruf!

Ein Einkommen brauche ich!

Eine Arbeit brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure schönen Frauen, eure edlen Automobile und eure teuren Landhäuser sehe …“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

 


Die Madonna von Stalingrad - Hoffnung und Mahnung von Gerhard-Stefan Neumann ...
Die Madonna von Stalingrad – Hoffnung und Mahnung von Gerhard-Stefan Neumann …

E D I T O R I A L

Die von Format, Material und Technik her eher unscheinbare Zeichnung des deutschen Theologen und Mediziners Kurt Reuber, entstanden in den letzten Wochen vor dem Untergang der Sechsten Armee in Stalingrad, hat bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt.

Sie entstand in einem Meer des unsäglichen Leides, der Verzweiflung und des Todes. Um sie herum starben die Menschen zu tausenden – Deutsche, Russen, Junge und Alte, Unschuldige, Männer, Frauen und Kinder. Wer in der Absurdität des Wortes noch „Glück“ hatte, den traf die erlösende und gut gezielte Kugel des „Feindes“. Der Rest dieser hoffnungslosen Masse Mensch erfror, verhungerte oder musste nach der vernichtenden Niederlage seinen ausgemergelten und geschundenen Körper in die sibirischen Gefangenenlager schleppen.

Annähernd zur gleichen Zeit sprachen gewissenlose politische Führer vom Heldentod einer ganzen Armee. Und dennoch ist sie, die Madonna von Stalingrad, auch das sprichwörtliche Abbild der Hoffnung und Ausdruck der Versöhnung. Inmitten einer verzweifelten, zerstörerischen Welt strahlte sie eine kaum zu begreifende beschützende Ruhe und Geborgenheit aus, so, als wollte sie jegliche Angst des Betrachters in sich aufnehmen, ihn trösten, Licht, Leben und Liebe vermitteln.

Für den unbefangenen Betrachter des Bildes stehen die Madonna von Stalingrad und Christi Geburt in Bethlehem in einem ursächlichen Zusammenhang. In Palästina wurde vor zweitausend Jahren den Menschen der Heiland geboren – in einem armseligen Stall – nur der Liebe seiner Eltern sicher. 1942, in der Hölle von Stalingrad, gab das Bildnis der Mutter mit ihrem Kind den verzweifelten deutschen Soldaten Mut und Zuversicht. Der Künstler Kurt Reuber, Arzt und Theologe, machte mit seinem Werk den Eingeschlossenen von Stalingrad Hoffnung – spendete Trost und Zuversicht.

Die Madonna von Stalingrad - Hoffnung und Mahnung von Gerhard-Stefan Neumann ...
Die Madonna von Stalingrad – Hoffnung und Mahnung von Gerhard-Stefan Neumann …

Tief in die Erde eingegraben, in einer mit Lehm ausgeschlagenen Erdhöhle, malte der deutsche Landser Kurt Reuber Weihnachten 1942 in der Hölle von Stalingrad die Mutter mit dem Kind, seine „Madonna von Stalingrad“. Er besaß kein Atelier, kein Material, keine Staffelei, kein Licht. Im spärlichen Schein einer Kerze entstand mit Hilfe von schwarzer Kreide und eines braunen Stiftes auf der Rückseite einer russischen Landkarte eines der eindrucksvollsten Kunstwerke der jüngeren deutschen und europäischen Gegenwart. Der Maler musste, wollte er sein Bild betrachten, auf sein armseliges Bretterlager oder einen Schemel steigen und von oben sein Bild anschauen. Licht, Leben und Liebe, der Dreiklang der johanneischen Christusverkündigung, muß Reubers Kameraden ergriffen haben, als er Weihnachtsabend des Jahres 1942 die Lattentür ihres Bunkers öffnete und sie eintreten ließ:

An der Lehmwand hing das Bild, vom flackernden Licht einer Kerze nur unzureichend beleuchtet. Andächtig, gebannt und ergriffen betrachteten sie die Madonna mit dem Kind, umgeben von einer Welt des Hasses, der Dunkelheit und des Todes.

Die Madonna von Stalingrad und einige andere Zeichnungen Kurt Reubers konnten gerettet werden:

An Bord eines der letzten Flugzeuge gelangten sie sicher aus dem Kessel von Stalingrad. In der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin hat das Bild einen würdigen Platz gefunden – Ruhe und Geborgenheit ausstrahlend, aber zugleich auch mahnend und Einhalt gebietend. Eine Kopie der Madonna von Stalingrad wurde der anglikanischen Kathedrale von Coventry geschenkt.

Wer war der Schöpfer dieses eindrucksvollen Kunstwerkes? Kurt Reuber, am 26. Mai 1906 in Kassel geboren, war Arzt, Maler und Pfarrer. Albert Schweitzer, dessen Freund er später wurde, wies ihm den Weg zur Medizin. In dem nordhessischen Dorf Wichmannshausen im Kreis Eschwege, wo Kurt Reuber als Pfarrer tätig war, ist er bis heute unvergessen. Sozusagen auf dem „zweiten Bildungsweg“ studierte Reuber neben seinem pfarramtlichen Dienst in Göttingen Medizin und promovierte 1938. Die Machthaber im Dritten Reich machten ihm das Leben schwer, bespitzelten ihn, hörten seine Predigten ab.

1939 wurde Kurt Reuber in die Wehrmacht einberufen und als Arzt im Balkanfeldzug eingesetzt. Im Russlandfeldzug diente er als Seuchenarzt. Reuber muß unter den „Ereignissen“ dieses furchtbaren Krieges unsäglich gelitten haben: Den Ausgleich fand er im Malen und Zeichnen. Allein im Rußlandkrieg entstanden über 150 Aquarelle, Landschaften und Portraits, die alle bis heute erhalten geblieben sind.

Kurt Reuber starb am 20. Januar 1944 im Gefangenenlager von Jelabuga. Albert Schweitzer sagte:

„Er starb als ein Mensch, dessen Ziel es war, im Dienst am Menschen sein Leben zu verlieren, um es zu gewinnen.“

Sein Werk hat die Schrecken des Krieges überdauert – und überdauert haben leider auch die Schrecken aller Kriege – Stalingrad 1942/43 – Kosovo und Tschetschenien 1999/2000 – die kriegerischen und völkerrechtswidrigen Kriege im nahen und mittleren Osten – die Mahnung der Madonna ist immer noch aktuell …

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Gerhard-Stefan Neumann

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